Gastbeitrag5 Regeln für die Zusammenarbeit von Start-ups und Konzernen

Symbolbild Teamarbeit
Symbolbild TeamarbeitPixabay

Apps, künstliche Intelligenz und Big Data lauten die Schlagworte unserer zunehmend digitalisierten Welt. Auch Unternehmen stehen unter einem stetig wachsenden Innovationsdruck – intern und extern bei Kunden. Doch wie können zeitgemäße Lösungen entwickelt und erfolgreich am Markt eingeführt werden? Co-Innovation, Intrapreneurship und Spin-off sind mögliche Wege, um in traditionellen Konzernstrukturen Innovationen zu fördern. Doch auf dem Weg zum Ziel gibt es einige Herausforderungen zu meistern.

Die digitale Expertise der Start-ups kombiniert mit der langjährigen Branchenerfahrung und dem Marktzugang der Konzerne schafft eine Win-Win-Situation: das Erschließen neuer Geschäftsfelder und neuer Zielgruppen. Gleichzeitig senkt Co-Innovation die Entwicklungskosten neuer Produkte und hilft, Risiken auf beiden Seiten zu minimieren. Wenn die Umsetzung einer Idee scheitert, stehen Start-ups und Intrapreneure nicht automatisch vor dem existentiellen Aus und für Konzerne bleibt der finanzielle Verlust und Imageschaden überschaubar.

Während Start-ups spontanes Handeln und Agilität auszeichnet, setzen Konzerne eher auf Kontinuität und Stabilität. So unterscheiden sich die Erwartungshaltungen beider Parteien an die Zusammenarbeit. Lässt eine Idee beispielsweise im Anfangsstadium viel Interpretationsspielraum, entstehen schnell Missverständnisse, wenn nicht schnell genug eine gemeinsame Vision dieser Idee entwickelt wird. Doch die wahren Hindernisse der Zusammenarbeit lauern oft bei den verwendeten Werkzeugen und Programmen. So kann das vermeintlich schnelle Teilen einer Präsentation schon zur großen Herausforderung werden. Start-ups setzen meist auf cloud-basierte Tools, das Corporate hat dagegen bereits viel in die Unternehmenssicherheit und seine eigene, oft geschlossene Systemlandschaft investiert. Daraus lernt wiederum das Start-up im Bereich Regulation und Lizenzierung viel für die Zukunft.

Das Berliner Start-up Orderbird hat gemeinsam mit dem Reisekostenspezialisten Airplus die Mobile-Payment-Lösung Dine+Go entwickelt – eine bequeme Bezahloption, die das Abrechnungschaos mit Bewirtungsbelegen von Geschäftsessen ganz ohne Warten auf die Rechnung beenden soll. Das sind die Learnings aus der Co-Innovation – fünf Tipps für die erfolgreiche Zusammenarbeit:

1. Drum prüfe, wer sich (länger) bindet!

Wenn sich ein Großkonzern zu einer Zusammenarbeit mit einem Start-up entschließt, sollten beide Seiten evaluieren, ob sie wirklich zueinander passen. Da eine Co-Innovation mehr als nur eine vorübergehende projektbasierte Zusammenarbeit ist, muss die Chemie grundlegend passen. Zudem gilt es genau herauszufinden, was beide Partner in das Vorhaben einbringen können. Bei Dine+Go brachte Orderbird Expertise im Bereich digitales Kassensystem und bargeldloses Bezahlen in der Gastronomie ein, AirPlus seine Erfahrung im Reisekostenmanagement.

2. Ideen kann man nicht erzwingen!

Ideen lassen sich nicht planen. Im Fall von Dine+Go war es so, dass der lose Gedanke vom unsichtbaren Bezahlen im Restaurant bei einem Treffen entstand und dann spontan weitergesponnen wurde. Unvoreingenommenheit, Offenheit und Wagemut für ganz neue Wege helfen daher allen Seiten, um neue Lösungen zu entdecken und zu entwickeln.

3. Wenn die Idee steht: Ziele definieren und miteinander Lösungsansätze entwickeln!

Nur, wer weiß, worauf er hinarbeitet, kann dann auch Ergebnisse liefern. Ein klares Ziel vor Augen hilft allen Beteiligten, die einzelnen Arbeitsschritte auf das Große und Ganze auszurichten. Sinnvolle Unterteilungen helfen beim Festlegen der Prioritäten und Meilensteine. Ein Zeitplan sollte – um Frust zu vermeiden – in gemeinsamer Abstimmung so realistisch und verbindlich wie möglich festgelegt werden.

4. Die Strukturen der gemeinsamen Zusammenarbeit finden!

Es lohnt sich, den strukturellen Aufwand auf sich zu nehmen, um erfolgreich miteinander Ergebnisse zu generieren. Hier hilft eine genaue Analyse der Arbeitsweisen und nötigen Kollaborationskanäle: Werden Scrum-Methoden eingesetzt und wird in Sprints geplant? Über welche Kommunikations- und Organisationswerkzeuge koordinieren sich die Partner? Hier laufen neue Tools wie Slack oder Trello der E-Mail und Microsoft Project oft den Rang ab.

5. Von Rückschritten nicht unterkriegen lassen!

Selbst wenn es einmal beim finalen Umsetzen der Idee oder dem pünktlichen Markteintritt Probleme gibt, können beide Seiten wichtige strategische Beiträge leisten. So stehen Start-ups oft unter einem enormen Wachstumsdruck, um ihr Geschäftsmodell unter Beweis zu stellen, und bei Corporates beeinflussen strategische Entscheidungen auf oberster Ebene die gemeinsame Co-Innovation. Dennoch verfügt jeder über unterschiedliche Erfahrungswerte, die das Vorhaben befeuern können. Wichtig ist, einander zuzuhören und die andere Seite zumindest verstehen zu wollen. So bleiben beide Partner offen für Lösungsansätze.

Unser Fazit: Unternehmen müssen schneller als je zuvor lernen, sich anzupassen um langfristig am Markt zu bestehen. Zusammenarbeit ist der Schlüssel zu technologischem Fortschritt und dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Mit Fokus auf die gegenseitigen Vorteile einer Co-Innovation können Start-ups und etablierte Unternehmen voneinander lernen, ihre unterschiedlichen Herangehensweisen und Stärken miteinander zu vereinen.