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Lars Hinrichs über seine erste Million

, Horst von Buttlar

Xing-Gründer Lars Hinrichs über sich als Serientäter, Papiermillionen und einen Flug mit Virgin Galactic ins All.

Xing-Gründer Lars Hinrichs © Davis Maupilé/Laif
Lars Hinrichs gründete das soziale Netzwerk Sing

Lars Hinrichs wurde 1976 in Hamburg geboren. Nach mehreren Gründungen startete er 2003 Open BC, ein soziales Netzwerk für geschäftliche Kontakte, das später in Xing umbenannt wurde. Sein neues Projekt ist Apartimentum, ein komplett vernetztes Luxushaus, in dem Menschen für eine Flatrate zeitlich befristet wohnen können. 


Capital: Sie haben mit Xing das einzige noch erfolgreiche deutsche soziale Netzwerk gegründet. Wie sind Sie damals auf die Idee gekommen?

Hinrichs: Ich lag an einem Strand auf Kuba und las das Buch von Malcolm Gladwell, „Tipping Point“. Darin schreibt er über Konnektoren, also „Verbinder“. Diese kommen schnell mit anderen ins Gespräch, bringen gerne andere Menschen zusammen. Und da merkte ich, dass ich solch ein Mensch bin. Um noch mehr Leute kennenzulernen, sind die Kontakte zweiten Grades wichtig. Und das geht halt nur, wenn alle Leute mitmachen. Also musste es ein Internetprojekt werden.

Hatten Sie davor schon mit Internet zu tun gehabt?

Ja. Xing war meine dritte Firma, ich gehöre ja zu den Serientätern. Ich habe quasi nur einen Tag studiert und dann politik-digital.de gegründet, eine Plattform für Politik und Internet. Dann gab es die Böttcher-Hinrichs AG, eine Kommunikationsagentur für Start-ups, die 2001 insolvent ging. Das war mein MBA in Echtzeit. Ein sehr teurer MBA. Und dann gründete ich 2003 Open BC, das wir vorm Börsengang in Xing umtauften.

Wie hoch war Ihr Startkapital?

30.000 Euro. Privat gespart.

Sie sagten, Sie seien Serientäter. Es gab Erfolge und Misserfolge. Wann war denn diese sprichwörtliche Million endlich da?

Die ersten Millionen stehen bei Unternehmern immer auf dem Papier. In der ersten Internetwelle hatte ich mich an einem Unternehmen beteiligt, das dann sehr teuer verkauft wurde, das war die erste Papiermillion auf dem Höhepunkt des Neuen Marktes. Die zweite Papiermillion war die Bewertung, die wir mit der Böttcher-Hinrichs AG erzielten. Und die dritte Million hatte ich, als Business-Angels bei Xing eingestiegen sind. Das Netzwerk war nämlich nach 90 Tagen profitabel.

"Reichtum war nie das Ziel"

Bei welcher der drei Millionen haben Sie sich denn reich gefühlt?

Reich fühlt man sich erst, wenn man eine Papiermillion in Geld umwandelt. Aber Reichtum war nie das Ziel, Geld ist nur ein Folgeprodukt aus leidenschaftlicher Arbeit.

Hat Geld Ihr Leben verändert?

Nein, ich bin dort wohnen geblieben, wo ich vorher schon wohnte. Ich trage keine teure Uhr, ich habe mir kein Boot gekauft, kein Ferienhaus. Ich bin halt Unternehmer und habe immer weitergemacht. Nur einen Luxus habe ich mir gegönnt: einen Flug mit Virgin Galactic ins All.

Haben Sie den schon gebucht?

Den habe ich 2010 sogar schon bezahlt. 200.000 Dollar. Was gut war, heute würde er wegen des schwachen Euros 250.000 Dollar kosten. Er soll 2016 stattfinden.

Das klingt nach dem einen Traum, den man sich verwirklicht.

Ja, man ist dann unter den ersten tausend Menschen im Weltraum.

Sie haben schon wieder ein großes neues Projekt in Hamburg.

Apartimentum. Es wird ein Luxus-Smarthome, in dem Menschen auf Zeit wohnen können, für eine Flatrate. Ich nenne es die fünfte Kategorie des Wohnens, nicht weniger will ich damit erfinden. Es ist mehr als Miete, denn man muss sich mit keinen Nebenkosten oder Abrechnungen mehr beschäftigen. Das Projekt kostet insgesamt 35 Mio. Euro.

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