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Heiko von Tschischwitz über seine erste Million

, Axel Hansen

Lichtblick-Gründer Heiko von Tschischwitz über seinen Erfolg mit Ökostrom – und warum es ihm nicht um Reichtum ging.

Lichtblick-Gründer Heiko von Tschischwitz © Benne Ochs
Lichtblick-Gründer Heiko von Tschischwitz

Heiko von Tschischwitz, 47, gilt als Pionier im Ökostrommarkt. 2006 wurde er als „Ökomanager des Jahres“ und 2013 als „Energiemanager des Jahres“ ausgezeichnet. Die Jury lobte besonders seine Beharrlichkeit, Konzerne, Firmenkunden, aber auch einzelne Haushalte für die Chancen der Energiewende zu begeistern.


Capital: Vor gut 15 Jahren gab es in Deutschland nur Strom von den Ex-Monopolisten. Haben Sie ernsthaft gedacht, dass Sie einfach so in diesen lukrativen Markt eindringen können?

Heiko von Tschischwitz: Nein. Uns war schon klar, dass wir anfangs eine ganz kleine Nummer sein würden in einem Meer von großen Fischen. Aber wir wussten auch, dass die großen Fische alle satt und bequem geworden waren und dass Innovation ein Fremdwort für sie war. Das haben wir als unsere große Chance gesehen! 

War die Idee, auf Ökostrom zu setzen, vor allem idealistisch, oder haben Sie auch gehofft, damit reich zu werden?

Mir ging es nicht darum, reich zu werden. Ich wollte und will heute immer noch Dinge zum Besseren hin verändern. Und zwar nicht durch reden, sondern durch machen.

Das Startkapital haben Sie von Hamburger Unternehmerfamilien bekommen. Wie haben Sie die damals von so einem eher spröden Produkt überzeugt?

Strom ist vielleicht spröde, unsere Vision aber überhaupt nicht: „Wir wollen, dass saubere Energie immer, überall und für jeden da ist.“ Dazu noch David gegen Goliath, innovativ gegen verstaubt, Veränderungswille gegen Besitzstandswahrung. Das geht schon, wenn man mit den richtigen Leuten redet.

"Ich bin da wohl reingeschlittert"

Wann wussten Sie, dass Sie den Durchbruch geschafft haben?

Das Gefühl von Durchbruch hatte ich mehrmals. Beim 100 000. Kunden, als der Bundesgerichtshof uns gegenüber dem Monopol der Netzbetreiber recht gab, als der Deutsche Bundestag unser Kunde wurde – und sicher auch 2006, als wir zum ersten Mal Gewinn geschrieben haben.

Capital-Cover
Die aktuelle Capital

Wie war das, als Sie die erste Million Euro eingenommen hatten? Im Unternehmen, aber auch als privates Vermögen?

Bei Lichtblick war die erste Umsatzmillion nichts Besonderes. Das geht in unserem Geschäft ziemlich schnell. Wir machen inzwischen über 700 Mio. Euro Umsatz. Privat bin ich da wohl reingeschlittert, ohne es zu realisieren. Vermögen anzuhäufen war nie meine Triebfeder. Inzwischen habe ich aber auch das ein oder andere Engagement, das nichts mit Energie zu tun hat.

Welche Rolle spielt Geld dann für Sie?

Ich bin wohl ziemlich unabhängig, kann also beruflich tun und lassen, wozu ich Lust habe. Das empfinde ich als extremen Reichtum. Blöderweise arbeite ich nicht weniger seit dieser Erkenntnis. Das fühlt sich manchmal ganz schön arm an.

Haben Sie sich schon mal etwas Besonderes angeschafft? Oder sind Sie bereit, in etwas Kostspieliges zu investieren?

Wir haben ein tolles, 100 Jahre altes Haus in Hamburg. Und ich habe zwei Jahre lang mit meiner Frau und unseren beiden Kindern in Irland gelebt. Das empfinde ich beides als etwas ganz Besonderes und großen Luxus.

Gibt es noch den einen großen Lebenstraum, den Sie verwirklichen wollen?

Ich will irgendwann am Meer leben. Und Zeit haben, richtig Segeln zu lernen.

Meine erste Million erscheint monatlich in Capital. Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten.  


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