SchaubildWirtschaftskarte: Stahlproduktion

Wenn es demnächst im Welthandel kracht, wird Stahl wohl der Auslöser sein. Seit Jahren zoffen sich Handelsaufseher in der EU und den USA mit China. Ihr Vorwurf: Das Land habe riesige Überkapazitäten in der Stahlproduktion aufgebaut. Es drücke Stahl zu Dumpingpreisen in den Markt – und so Produzenten anderswo an die Wand. In Deutschland erhöht der Marktdruck die Wahrscheinlichkeit einer Fusion von Thyssenkrupp und Tata Steel, was die Stahlarbeiter im Ruhrpott beunruhigt. In den USA hat Präsident Trump seinen Anhängern im Rust Belt versprochen, die Chinesen in die Knie zu zwingen.

Im Jahr 2015 stammten von 1621 Millionen Tonnen Rohstahl 804 Millionen aus China, so Zahlen des Branchenverbands World Steel Association. Also ziemlich genau die Hälfte der Weltproduktion. Auf den Rängen zwei und drei folgen ebenfalls Asiaten, nämlich Japan (105) und Indien (89). Die USA landen mit 79 Millionen Tonnen – knapp einem Zehntel des chinesischen Outputs – auf Platz vier. Deutschland produziert immerhin noch 43 Millionen Tonnen, das langt für Rang sieben.

Stahlproduktion Asien© Ole Häntzschel

Auffällig ist, dass neben den asiatischen Giganten vor allem die Europäer nach wie vor auf eine eigene Stahlproduktion setzen. Ebenso die Länder des ehemaligen Ostblocks. Aus Afrika schaffen es allein Ägypten und Südafrika unter die 50 größten Produzenten.

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