FintechNach dem Börsengang: Robinhood braucht ein neues Gamestop

Robinhood-Mitgründer Vladimir Tenev hat vor allem vom Hype um sogenannte Meme-Aktien wie Gamestop profitiert.PR, Collage: FFWD

Wenn Baiju Bhatt und Vladimir Tenev am Donnerstag die Börsenglocke an der New Yorker Nasdaq läuten, wird dies als außergewöhnlicher Moment in die Fintech-Geschichte eingehen. Schließlich sind die beiden Gründer der Trading-App Robinhood an einem Ort, zu dem sie stets ein zwiespältiges Verhältnis hatten. Der Legende nach bewegte der Protest von „Occupy Wall Street“ die beiden zur Gründung. Sie entwickelten eine einfache Smartphone-App, die Millionen von Amerikanern an den Aktienhandel heranführte. Mit dem gebührenfreien Handel trieben sie die etablierten Broker in den vergangenen Jahren vor sich her.

Nun stehen sie selbst künftig unter der Beobachtung der Finanz-Analysten an der Wall Street – und das Fintech aus dem Silicon Valley muss beweisen, dass es das kräftige Wachstum der vergangenen Monate aufrechterhalten kann. Allein im zweiten Quartal stiegen die Umsätze nach vorläufigen Zahlen auf rund eine halbe Milliarde Dollar, wie es im Börsenprospekt heißt. Das Timing ist perfekt: Seit Jahresanfang explodierten die Zahlen.

Doch eine Analyse der App-Downloads legt nahe, dass sich das Wachstum nach dem Börsenstart wahrscheinlich abkühlen wird. Robinhood selbst schreibt in seinem Prospekt, dass es von schrumpfenden Umsätzen im dritten Quartal ausgeht. Langfristig ist die Firma auf weitere Trading-Rallys wie bei Dogecoin und Gamestop angewiesen. Oder das Fintech muss eine Expansion ins Ausland ins Auge fassen. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, betreibt das Startup bereits zwei Niederlassungen in Europa, an beiden Standorten sind weiterhin Mitarbeiter beschäftigt.

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