4 SzenarienSo schwer könnte Omikron die Weltwirtschaft treffen

Die neue Corona-Variante Omikron könnte die Weltwirtschaft hart treffen

Ökonomen der US-Investmentbank Goldman Sachs haben in vier Szenarien untersucht, wie sich die neue Coronavirus-Variante Omikron auf das weltweite Wirtschaftswachstum auswirken könnte. An ihrer bisherigen Prognose von 4,5 Prozent globalem Wachstum für 2022 wollen sie zunächst aber nichts ändern.

1. Abwärtsszenario

Omikron breitet sich schneller aus als die Vorgängervariante Delta. Dies führt dazu, dass sich das globale Wachstum im ersten Quartal auf zwei Prozent gegenüber dem Vorquartal abschwächt, was etwa 2,5 Prozentpunkte unter der aktuellen Prognose von Goldman liegt. Für das Jahr 2022 insgesamt wächst die Weltwirtschaft aber trotzdem um 4,2 Prozent – was etwas unter der aktuellen Prognose läge. Die Ökonomen geben für dieses Szenario keine klaren Inflationsaussichten.

2. Schweres Abwärtsszenario

Sowohl der Schweregrad der Erkrankung als auch die Anzahl der Krankenhausaufenthalte sind deutlich schlechter als bei der Delta-Variante. Das globale Wirtschaftswachstum wird stärker beeinträchtigt, während „die Auswirkungen auf die Inflation erneut unklar sind“.

3. Falscher Alarm

Das beste aller Szenarien: Omikron breitet sich langsamer aus als Delta und hat keine signifikanten Auswirkungen auf das globale Wachstum und die Inflation.

4. Positiver Effekt

Omikron ist etwas stärker übertragbar, verursacht aber viel weniger schwere Krankheiten. In diesem spekulativen „Normalisierungs“-Szenario führt eine Nettoverringerung der Krankheitslast dazu, dass das globale Wachstum sogar höher ausfällt als in Goldmans Grundannahme. Die Inflation ist wahrscheinlich niedriger, da sich die Wiederherstellung des Gleichgewichts von Nachfrage und die Erholung des Güter- und Arbeitsangebots beschleunigen.

„Das Ergebnis ist, dass Omikron beträchtliche Wachstumseffekte haben könnte, aber dass die Bandbreite der medizinischen und damit wirtschaftlichen Ergebnisse ungewöhnlich groß ist“, schreiben die Goldman-Ökonomen um Jan Hatzius.

„In Anbetracht dessen und der Möglichkeit eines ‚falschen Alarms‘ nehmen wir keine Änderungen an unseren Wachstums-, Inflations- und geldpolitischen Prognosen vor, bis die Wahrscheinlichkeit dieser Szenarien etwas klarer geworden ist“, heißt es.

Was als nächstes kommt, dürfte davon abhängen, was die Wissenschaftler über die neue Covid-19-Variante herausfinden, einschließlich der Frage, wie resistent sie gegen die bisherigen Impfstoffe ist und ob sie leichter übertragbar ist als die Delta-Variante. Sie war in den vergangenen Monaten zwar die vorherrschende Variante, in den Volkswirtschaften kam es aber zu keiner Rezession.

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