Capital-PodcastNach dem Exit: Was können wir von Südkorea lernen?

In „Die Stunde Null“ spricht Bestsellerautor Parag Khanna darüber, was wir von asiatischen Ländern im Kampf gegen das Coronavirus lernen können
In „Die Stunde Null“ spricht Bestsellerautor Parag Khanna darüber, was wir von asiatischen Ländern im Kampf gegen das Coronavirus lernen könnenPR


Der Corona-Schock hat Deutschland und die ganze Welt in eine tiefe Krise gestürzt. Aber was macht diese Krise so besonders? Wie verändert sie unser Leben? Und welche Auswege gibt es? Der Capital-Podcast „Die Stunde Null – Deutschlands Weg aus der Krise“ stellt diese Fragen den Menschen, die durch die Krise steuern: Unternehmern, Wissenschaftlern, Managern, Philosophen und Ökonomen


Südkorea, Taiwan und Singapur gelten als die großen Vorbilder der Corona-Krise. Sie haben das Virus in wenigen Wochen unter Kontrolle gebracht – mithilfe von Technik, eingeübten Verhaltensweisen und Schutzmasken.

Parag Khanna, Gründer der Strategieberatung FutureMap und Bestsellerautor, lebt seit sieben Jahren in Singapur. In seinem jüngsten Buch „Die asiatische Zukunft“ schrieb er darüber, wie asiatische Länder eine immer wichtigere Rolle in der neuen Weltordnung einnehmen. Den Umgang des Stadtstaats mit der Corona-Krise erlebt er ebenfalls hautnah.

„Es gibt Lehren aus den asiatischen Demokratien, wie man so eine Krise überstehen kann“, so Khanna. Einige dieser Lehren stammten dabei noch aus der Zeit der Sars-Krise von 2003. Die Bevölkerung wüsste daher, dass eine Pandemie und ihre Risiken ernst zu nehmen sind und folge den Anweisungen der Regierungen. Andererseits gebe es „universelle Lehren“, darunter eine starke Staatlichkeit. So seien die staatlichen Behörden, darunter der Grenzschutz und das Gesundheitswesen, sehr gut für die Krise ausgerüstet und hätten starke Ressourcen. Das schaffe Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

Tracing-Apps: „Das ist für mich Gemeinsinn“

Auch die Technik spiele dabei eine große Rolle. So setzt Singapur auf die App „Trace together“, die Bluetooth-Signale anderer Handys im eigenen Umfeld während der letzten 14 Tage speichert. Die App als Überwachung zu bezeichnen, hält Khanna für falsch. „Es sollte eigentlich verpflichtend sein, dass jeder diese App downloaded.“ Denn der Download sei freiwillig. Außerdem dürfe die Regierung die gesammelten Daten nur einsehen, wenn jemand an Covid-19 erkrankt ist, um dann mögliche Kontaktpersonen zu informieren. „Das würde ich nicht als Überwachung bezeichnen, das ist für mich Gemeinsinn“, sagt Khanna. Für einen Exit seien Technologien aber zentral. „Ohne Test und Tracing gibt es keine Lösung“, bilanziert Khanna. Datenschutz müsse trotzdem sehr ernst genommen werden, findet er.

„Die Stunde Null –Deutschlands Weg aus der Krise“: Der neue Capital-Podcast mit Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar

Auch China hatte im Kampf gegen das Coronavirus auf drastische Maßnahmen und Überwachung gesetzt. Aktuell treibt das Land vor allem die Erforschung und Tests von Corona-Medikamenten und Impfstoffen voran. „Wenn ein Staat in der Lage ist, die Krise zu beseitigen, dann wäre es wahrscheinlich China“, sagt Khanna. Laut seiner Einschätzung habe die Volksrepublik die Krise noch nicht vollständig überwunden. Und auch der internationale Ruf – vor allem in den Nachbarländern der Region – bleibe vorerst angekratzt. „Das Misstrauen gegen China wird sich noch auf die Zukunft hinaustrecken“, prognostiziert Khanna. Den Umgang mit der Krise sieht er daher „auf keinen Fall als einen längerfristigen Sieg für China“.

Im neuen Podcast „Die Stunde Null – Deutschlands Weg aus der Krise“ spricht Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar mit Menschen, die die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen hautnah erleben. Außerdem stellt er in jeder Folge eine Initiative vor, die kreative Antworten auf die Probleme der Pandemie findet. In der fünften Folge ist das die Initiative longlivetheblock, mit der Kunden ihre Lieblingsläden über Gutscheine unterstützen können.


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