InfografikUnicorns in Zahlen: der Boom der deutschen Einhörner

Celonis ist das wertvollste deutsche Start-upPR

Im Märchenreich ist das Einhorn ein besonders seltenes und edles Geschöpf. Seit den 2010er-Jahren hält das Fabeltier auch Einzug in die Start-up-Welt: Es steht Namenspate für junge Unternehmen, die mehr als 1 Mrd. Dollar wert sind.

Neben dem Unicorn gibt es noch zwei weitere Begriffe für junge Unternehmen. Das Soonicorn – angelehnt an das englische Wort „soon“ für bald – steht beispielsweise an der Schwelle, 1 Mrd. Dollar wert zu sein. Ein Decacorn hat dagegen einen Unternehmenswert von 10 Mrd. Dollar und steht meist kurz vor einem Börsengang oder einem Exit.

Als der Online-Modehändler Zalando vor knapp zehn Jahren die Milliardenbewertung knackte, waren Einhörner noch äußerst rar. Inzwischen ist die Herde der deutschen Einhörner auf 16 Start-ups angewachsen. Allein acht sind in der ersten Jahreshälfte 2021 dazugekommen.

Bei den Branchen gibt es einen eindeutigen Schwerpunkt: Fast die Hälfte der deutschen Einhörner ist ein Fintech, etwa jedes vierte ist im Bereich Transport angesiedelt.

Vor allem in 2021 sind die deutschen Einhörner deutlich angewachsen. Der Boom geht auf ein Überangebot an Kapital zu­rück. Im ersten Halbjahr 2021 flossen rund 6,1 Mrd. Euro in deutsche Start­-ups – so viel wie im ganzen Jahr 2020.

Die einzelnen Finanzierungen werden zudem größer. Die Software­ Firma Celonis sammelte jüngst die Rekordsumme von umge­rechnet 820 Mio. Euro ein. Die Geldflut treibt die Bewertun­gen weiter nach oben. So er­ reichte der Lieferdienst Goril­las im März 2021 weniger als ein Jahr nach Gründung den Einhorn­-Status – so schnell wie kein anderes Start­up zuvor.

Der Zuwachs bei der einst so seltenen Spezies zeigt sich auch in anderen Ländern. Rund um den Globus gibt es heute mehr als 800 Einhörner. Im Vergleich zu anderen Start­-up­ Nationen ist die deutsche Herde noch recht klein. In den USA sind derzeit 411 Start­-ups mit Milliardenbewertung zu Hause, in China sind es 211.

Experten rechnen damit, dass der Finanzierungsboom in der zweiten Jahreshälfte an­ halten wird. Für die Gründerszene ist das eine gute Nach­richt. Der aufgeheizte Markt könnte allerdings zu irrationalen Wetten auf Start-­ups füh­ren, die normalerweise kein Geld bekommen würden – das nährt Sorgen vor einer Blase.

 


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