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Die Stunde Null Lieferando-Chefin Hauke: „Wir sehen noch keinen großen Preisanstieg“

Lieferando-Chefin Katharina Hauke
Lieferando-Chefin Katharina Hauke
© PR
Der größte Essenslieferdienst in Deutschland hat große Pläne und testet jetzt auch das Geschäft mit Lebensmitteln. Und das trotz eines schwierigen Umfelds. Lieferando-Chefin Katharina Hauke erzählt im Podcast, warum sie sich von Inflation und Personalmangel nicht schrecken lässt

Lieferando ist das Unternehmen, das nach dem erbitterten Konkurrenzkampf der Essenslieferdienste im deutschsprachigen Raum als Sieger auf dem Platz geblieben ist – mit etwa 30.000 Partner-Restaurants und in 58 Städten. Nun will das Unternehmen, das zum niederländischen Konzern Just Eat Takeaway gehört, das Geschäft ausweiten. „Wir haben unseren Restaurantpartnern in den letzten zwei Jahren so viele Bestellungen vermittelt wie noch nie zuvor“, sagt Geschäftsführerin Katharina Hauke im Podcast „Die Stunde Null“. „Der Trend, online Essen zu bestellen, wächst.“ Allerdings haben auch die Restaurants auf der Lieferando-Plattform mit Problemen wie steigenden Energiekosten zu kämpfen, ein Effekt, der nach Ansicht Haukes zumindest bisher aber nicht durchschlägt: „Wir sehen noch keinen großen Anstieg der Preise“, sagt sie.„Die Inflation wird noch nicht eins zu eins weitergegeben.“ Den Restaurants empfiehlt Hauke, sich schleunigst ein Standbein jenseits der klassischen Bewirtung aufzubauen, falls sie das noch nicht getan haben. „Nur auf die Gaststube zu bauen, wird nicht mehr ausreichen“, sagt sie. „Es wird sich zeigen, wer sein Geschäft weiter ausbauen kann und bleibt.“

Wer auf der Plattform von Lieferando sein Essen anbietet, zahlt eine Provision von mindestens 13 Prozent. Falls er die Lieferfahrerinnen oder Lieferfahrer von Lieferando in Anspruch nimmt, steigt die Gebühr auf mehr als das Doppelte. Es ist ein starker Anreiz selbst auszuliefern – was allerdings angesichts der ohnehin großen Personalprobleme vielen schwerfällt. Ein Problem, das auch Lieferando kennt: „In einzelnen Städten suchen wir immer wieder mal Fahrerinnen und Fahrer“, sagt sie. Noch schwieriger sei es allerdings, Mitarbeiter für die Weiterentwicklung der Software zu bekommen.

Trotz oder vielleicht sogar wegen der angespannten Lage setzt Lieferando nun auf neue Geschäftsmodelle. In Berlin läuft ein Pilotprojekt zu Lebensmittellieferungen – ein Konzept, das eigentlich nach den Problemen anderer Anbieter als heikel gilt. „Wir machen auch dieses Geschäft mit Bedacht. Die Lieferung in zehn Minuten machen wir nicht, weil das der Konsument so gar nicht verlangt“, sagt Hauke mit Blick auf bisherige Kurzfrist-Angebote anderer Unternehmen. Stattdessen wird ein Zeitraum von etwa 30 Minuten angepeilt und die Lieferungen in das „klassische Logistik-Geschäft“ eingebaut werden.

Hören Sie in der neuen Folge von „Die Stunde Null“,

  • wie Lieferando zur Betriebskantine werden will,
  • was Hauke zu Vorwürfen der Fahrerinnen und Fahrer sagt,
  • welche Mahlzeit sie sich selbst bestellt.

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