PodcastLernplattform Simpleclub: „Wir wurden von Nachrichten überflutet“

Der Bedarf an Lernplattformen und Online-Angeboten für Schülern hat durch die Corona-Pandemie zugenommen. Das merkt auch Simpleclub
Der Bedarf an Lernplattformen und Online-Angeboten für Schülern hat durch die Corona-Pandemie zugenommenimago images / MiS

Seit einigen Wochen werden Millionen von Kindern wieder zu Hause unterrichtet. Während die Schulen beim Thema digitales Lernen noch Nachholbedarf haben, entwickeln private Anbieter intelligente Lösungen, um Schüler, Eltern und Lehrer beim Homeschooling zu unterstützen.

„Im ersten Lockdown war es heftig. Wir hatten plötzlich die dreifachen Nutzerzahlen in einem Monat,“ sagte Alexander Giesecke, Mitgründer der Lernplattform Simpleclub, im Podcast „Die Stunde Null.“ „Wir haben dann ziemlich schnell reagiert, um kostenlose Zugänge für unsere App auszugeben.“ Jetzt sei das Wachstum langsamer, aber immer noch stetig.

Aus einem Youtube-Kanal mit selbstproduzierten Mathe-Nachhilfevideos ist mittlerweile ein Unternehmen mit 70 Mitarbeitern und siebenstelligem Umsatz geworden, das mit seiner App und Lernplattform über eine Millionen Nutzer pro Monat erreicht. Ende letzten Jahres stieg Holtzbrinck Ventures als Investor in das Start-up ein, das nach eigenen Angaben seit 2018 profitabel ist.

Zu derzeit elf Fächern erstellt das ausgebildete Fachpersonal umfangreiches Lernmaterial. Erklärungen auf von Tutoren auf Augenhöhe, individuell angepasst ans Lernniveau und kontinuierlich verbessert durch Feedback und Nutzerdaten. Insgesamt bietet Simpleclub 3000 Lernvideos und 10.000 Übungsaufgaben.

„Die Politik versucht irgendwie ihr eigenes Süppchen zu kochen“

Eine große Kluft sieht Alexander Giesecke noch zur Politik: „Es gibt so viele private Anbieter, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als gute Lösungen zu bauen. Und trotzdem haben wir das Gefühl, dass wir getrennte Wege gehen. Die Politik versucht irgendwie ihr eigenes Süppchen zu kochen. Es gibt nicht wirklich diese eine klare Linie, wo man zusammenkommt und an einem Strang zieht.“

Das selbsterklärte Ziel der beiden Jungunternehmer: „Wir wollen mit Simpelclub Bildung demokratisieren.“ Daher stellten sie den Schulen zu Beginn der Corona-Krise kostenlose Lizenzen für ihre Plattform zur Verfügung. „Wir dachten, dass sich ein paar hundert Schulen melden werden. Wir wurden dann von Nachrichten überflutet und haben innerhalb von zwei Wochen 1,9 Millionen Lizenzen herausgegeben“, sagt Giesecke. Viele Lehrer, die mit dem plötzlichen Distanzunterricht überfordert waren und sich von der Politik alleingelassen fühlten, waren dankbar für die Hilfe.

Hören Sie in der neuen Folge von „Die Stunde Null“,

  • wie Simpleclub in andere Länder expandieren will,
  • was die eigenen Lehrer der Gründer zu dem Angebot sagen,
  • welche Ideen die Gründer für eine bessere Verzahnung mit Schulen und Politikern haben.

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