Arbeitsmarkt Länder mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit

Estland kam bei den berufstätigen Frauen auf einen Anteil in Höhe von 75,6 Prozent. Damit wurde der baltische Staat knapp von Deutschland auf den vierten Platz verwiesen.
Estland kam bei den berufstätigen Frauen auf einen Anteil in Höhe von 75,6 Prozent. Damit wurde der baltische Staat knapp von Deutschland auf den vierten Platz verwiesen.
© Karson / Unsplash
Die Corona-Krise treibt die Arbeitslosigkeit weltweit in die Höhe. In diesen Ländern waren die Arbeitslosenzahlen vor der Pandemie besonders niedrig

Die Corona-Krise sorgt auch auf dem Arbeitsmarkt für historische Negativrekorde. Im April setzt in Deutschland normalerweise die Frühjahrsbelebung ein. Zum ersten Mal musste die Bundesagentur für Arbeit (BA) für den Monat jetzt aber steigende Arbeistlosenzahlen verkünden. Sie erhöhten sich im Vergleich zum März um 0,7 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent. Verglichen mit dem April 2019 lag das Plus bei 0,9 Punkten. „Die Corona-Pandemie dürfte in Deutschland zur schwersten Rezession der Nachkriegszeit führen. Dadurch gerät auch der Arbeitsmarkt stark unter Druck“, sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Detlef Scheele bei der Vorstellung der Zahlen.

Arbeitslosigkeit steigt in der Corona-Krise

Der Rekord bei der gemeldeten Kurzarbeit sorgte dafür, dass Arbeitslosigkeit nicht höher ausfiel. Im März und bis 26. April wurde für bis zu 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit angezeigt. „Das heißt aber nicht, dass diese Menschen schlussendlich auch alle kurzarbeiten werden. Nichtsdestotrotz ist das eine im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten nie da gewesene Zahl und übersteigt noch um ein Vielfaches die Zahl der Anzeigen während der großen Rezession 2008/2009“, teilte die Behörde mit. Im gesamten Jahr 2009 sei für 3,3 Millionen Menschen Kurzarbeit gemeldet worden.

Die Pandemie wird alle Volkswirtschaften hart treffen. Jene mit vorher niedriger Arbeitslosigkeit sind dabei tendenziell im Vorteil. Der geringe Anteil an Menschen ohne Job kann darauf hindeuten, dass Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt recht ausgeglichen sind und die Staatskassen dank Einnahmen aus Arbeit und weniger Ausgaben für Arbeitslosengeld besser gefüllt sind. Niedrige Arbeitslosigkeit kann aber niedrige Niveaus bei Qualifizierung und Löhnen hindeuten.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, vergleicht in ihrer Datenbank die Arbeitslosenquote ihrer 36 Mitgliedsstaaten und einige anderer Länder. Diese Staaten konnten vor der Corona-Krise die geringste Arbeitslosigkeit vorweisen.

Mehr zum Thema

Neueste Artikel