FinanzevolutionGroßes Geld macht großes Geld

Geldkoffer
Wer viel Geld besitzt, kann sich auch gute Vermögensverwalter leisten

Dirk Elsner berät als Consultant für die Innovecs GmbH Banken und Unternehmen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Veränderungen der Finanzwirtschaft, der Unternehmenspraxis und digitale Finanzdienstleistungen. 2008 hat er das private Wirtschaftsblog Blick Log gegründet, das mehrfach ausgezeichnet wurde.Dirk Elsner berät als Consultant für die Innovecs GmbH Banken und Unternehmen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Veränderungen der Finanzwirtschaft, der Unternehmenspraxis und digitale Finanzdienstleistungen. 2008 hat er das private Wirtschaftsblog Blick Log gegründet, das mehrfach ausgezeichnet wurde. Elsner schreibt alle zwei Wochen eine Kolumne auf Capital.de. Der Titel ist Programm: Finanzevolution (Foto: Sebastian Berger, Stuttgart)


Seit vor einem Jahr das Buch „Le capital au XXIème siècle“ des französischen Ökonomen  Piketty in englischer Sprache erschienen ist, wird weltweit sehr leidenschaftlich über das mittlerweile auch in deutscher Sprache erhältliche Werk diskutiert. Der Tenor der öffentlichen Debatte konzentriert sich dabei auf die ungleiche Verteilung von Vermögen und Einkommen und die Frage, ob man diese „Ungleichheit“ mit steuerlichen Maßnahmen einebnen sollte.

Ein kaum diskutierter Aspekt ist mir jüngst erst bei der Lektüre des Buches aufgefallen, nämlich, dass reiche Menschen und Institutionen ihr Geld in der Regel besser anlegen und eine höhere Verzinsung erzielen als der Durchschnitt. Diese intuitiv einleuchtende Feststellung widerspricht herkömmlichen ökonomischen Modellen, nach denen Kapital eigentlich für alle Kapitaleigentümer dieselbe Durchschnittsrendite bei gegebenem Risiko abwerfen solle.

Dem ist aber nicht so. Die Auswertungen von Thomas Piketty und seinem Team zeigen, dass beispielsweise „Reiche“ (definiert als die zehn Prozent mit den höchsten Vermögen) eine durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von 6,8 Prozent realisieren, während der durchschnittliche jährliche Zuwachs nur 2,1 Prozent beträgt. Ich lasse hier einmal die methodischen Fragen zur Erhebung außen vor. Piketty thematisiert die Erhebungsprobleme sehr detailliert. So haben Forscher in der Regel keinen Zugriff auf die Vermögensdaten von sehr reichen Privatpersonen.

Überdurchschnittlich hohe Renditen

Piketty hat aber öffentliche Daten von Institutionen ausgewertet, wie etwa Stiftungsfonds von US-Universitäten und einigen Staatsfonds. Bei den Stiftungsvermögen amerikanischer Universitäten ist der Befund eindeutig, wie folgende Übersicht zeigt:

Tabelle: Die Rendite des Stiftungskapitals amerikanischer Universitäten, 1980-2010 (Quelle, Screenshot, Thomas Piketty, Das Kapital im 21. Jahrhundert, Kindle-Version, Position 106401