ExklusivEx-KTG-Manager sollen 218 Mio. Euro zahlen

KTG-Gründer Siegfried Hofreiter: 25 Strafanzeigen sind gegen ihn bei der Staatsanwaltschaft Hamburg eingegangen
KTG-Gründer Siegfried Hofreiter: 25 Strafanzeigen sind gegen ihn bei der Staatsanwaltschaft Hamburg eingegangen
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Der Insolvenzverwalter des Pleitekonzerns KTG Agrar will von acht ehemaligen Vorständen und Aufsichtsräten eine Rückzahlung von 218 Mio. Euro eintreiben. Das erfuhr das Capital aus Insiderkreisen. Demnach begründet Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus die Haftungsansprüche gegen die frühere Konzernspitze um Ex-Chef Siegfried Hofreiter damit, dass sie die Insolvenz mindestens ein Jahr verschleppt habe. In dieser Zeit seien noch Zahlungen geleistet worden, die zulasten der Gläubiger gingen. Eine Anfrage mit der Bitte um Stellungnahme ließ Denkhaus unbeantwortet.

Für den Fall, dass sich die Ex-Manager weigern zu zahlen, droht Denkhaus mit Klagen. Nach Informationen von Capital hatte KTG für seine Führung eine Managerhaftpflichtversicherung bei der Allianz abgeschlossen. Allerdings liegen die geforderten 218 Mio. Euro deutlich oberhalb der Deckungssumme.

25 Strafanzeigen

Capital-Cover 09/2017
Die neue Capital erscheint am 24. August

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Hamburg die Ermittlungen gegen Hofreiter und weitere Manager ausgeweitet. Ging es anfangs nur um mögliche Verstöße gegen das Aktiengesetz, wird mittlerweile auch wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung, Untreue und Betrug ermittelt. Bei der Behörde seien 25 Strafanzeigen gegen Hofreiter eingegangen, sagte ein Sprecher.

Über mehrere Anleihen hatten 12 000 Kleinanleger 342 Mio. Euro in den börsennotierten Landwirtschaftskonzern investiert. Nachdem das hoch verschuldete Unternehmen die Zinsen für eine Anleihe nicht bezahlen konnte, hatte es am 4. Juli 2016 Insolvenz angemeldet.

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