Cum-Ex-Skandal Die Justizschlacht um den Cum-Ex-Skandal

Der Schaden durch die Aktiendeals soll sich auf über 55 Milliarden Euro belaufen.
Der Schaden durch die Aktiendeals soll sich auf über 55 Milliarden Euro belaufen.
© Unsplash
Der Cum-Ex-Skandal ist der größte Steuerbetrug aller Zeiten. Während Deutschland die Drahtzieher verfolgt, klagt die Schweiz den Aufdecker Eckart Seith an. ntv.de-Autor Hannes Vogel berichtet über den Prozessauftakt in Zürich

Exklusives Coverage zum Cum-Ex-Skandal: Den ganzen Bericht von Hannes Vogel für ntv.de zum Prozessauftakt gegen Eckart Seith in Zürich finden Sie hier. Das große Capital-Interview mit dem Architekten der berüchtigten Cum-Ex-Deals, Hanno Berger, gibt es hier sowie in voller Länger am Kiosk.

Der Whistleblower Eckart Seith steht seit dieser Woche in der Schweiz vor Gericht. Ihm wird Wirtschaftsspionage, Verrat von Geschäftsgeheimnissen und Verstoß gegen das Bankgeheimnis vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen ihm dreieinhalb Jahre Haft. Für Seith ist das völlig inakzeptabel. Immerhin hat der Stuttgarter Anwalt maßgeblich dazu beigetragen, den größten Steuerbetrug aller Zeiten aufzudecken.

Bei den Cum-Ex-Geschäften handelte es sich um Aktiendeals rund um den Dividendentag, bei denen sich Geldhäuser eine Kapitalertragssteuer, die nur einmal gezahlt wurde, mehrfach erstatten lassen konnten. Die Gesetzeslücke wurde erst 2012 geschlossen. Der Schaden durch die Aktiendeals soll sich europaweit auf über 55 Milliarden Euro belaufen.

Anklagen gegen Cum-Ex-Drahtzieher in Vorbereitung

Als Anwalt des deutschen Drogerie-Königs Erwin Müller verklagte Seith 2013 die Schweizer Sarasin-Bank und gelangte so an interne Dokumente zu deren Cum-Ex-Deals. Die leitete er im selben Jahr an die deutsche Finanzaufsicht und Justiz weiter und erstattete Anzeige gegen die Sarasin-Bank und weitere Hintermänner der Aktiendeals. Die Kölner Staatsanwaltschaft, die die Fälle schwerpunktmäßig betreut, hat inzwischen eine Vielzahl von Verfahren angestoßen.

Gleichzeitig wurde aber gegen den Anwalt Seith in der Schweiz Anklage erhoben. Er habe mit der Übergabe der Bankunterlagen an die deutschen Ermittler Geheimnisverrat und Wirtschaftsspionage begangen. Seith hält die Weitergabe der Cum-Ex-Dokumente dagegen für richtig. Vor Gericht zeigt er sich überzeugt: Die Schweizer Sarasin-Bank sei "ein Mitglied der organisierten Kriminalität“ und für „bandenmäßige Steuerhinterziehung“ verantwortlich.

Den Prozessautakt in Zürich hat ntv.de-Atuor Hannes Vogel eng verfolgt - hier lesen Sie seinen Bericht – hier lesen seinen Bericht.


Mehr zum Thema



Neueste Artikel