NachfolgestreitArthur Darboven: „Es ist auch Teil meines Lebenswerks“

Arthur Darboven
Arthur DarbovenPaula Holtz und Yannik Willing


Arthur Darboven, 54, ist ein Mann, der Kaffee lebt und liebt. Schwere Möbel im Kolonialstil stehen in den Räumen seines Rohkaffeehändlers Benecke Coffee am Alsterfleet in Hamburg. Auf dem Boden Bohnensäcke als Dekoration, Infoblätter neuer Kaffeesorten aus Burundi und Mexiko auf dem Tisch. Er schenkt Kaffee ein, aus Äthiopien, natürlich mit Filter zubereitet. Am liebsten würde er zwei Stunden nur über Kaffee reden. Aber leider gibt es auch ein anderes Thema.


Capital: Herr Darboven, Ihr Vater möchte die Geschicke des Unternehmens in die Hände von Andreas Jacobs, einem Nachkommen der Bremer Kaffeedynastie Jacobs, legen und ihn sogar adoptieren. Sie wollen das verhindern. Warum?

ARTHUR DARBOVEN: Der Name unserer Familie steht für Kaffee, wir haben Kaffee im Blut. Die Familie von Herrn Jacobs hat sich schon vor vielen Jahren vom Kaffeegeschäft getrennt, er arbeitet heute als Investor. Nun droht ein Bruch mit den Werten des Unternehmens und der Familie, die meine Vettern und ich nicht akzeptieren können und wollen.

Viele Familienunternehmen haben externe Manager an Bord geholt, oft sogar erfolgreich. Warum muss Darboven immer von einem Darboven geführt werden?

Weil wir keine Not haben, eine familienfremde Person an Bord zu holen. Unsere Familie steht bereit, die Nachfolge meines Vaters anzutreten. Ich war 15 Jahre in dem Unternehmen aktiv, ich habe dabei viel Mehrwert geschaffen – nicht nur PCs eingeführt, sondern neue, erfolgreiche Produkte wie auch wichtige Vertriebsallianzen geschlossen und das Geschäftsfeld im In- und Ausland erweitert. Da tut es weh zuzusehen, wie jemand adoptiert wird, um den eigenen Sohn zu verhindern. Wir machen völlig unnötig einen großen Wert kaputt.

Ihr Vater argumentiert, dass auch er adoptiert wurde.

Deshalb hat das doch keine Tradition bei uns. Mein Großvater, Arthur, war kinderlos und sein Bruder, Cäsar, auch. Das war der Grund.

Sie haben angekündigt, mit allen juristischen Mitteln gegen die Adoption von Herrn Jacobs vorgehen zu wollen. Was bedeutet das denn konkret?

Ich habe Einspruch erhoben. Denn laut Gesetz darf die Adoption eines Erwachsenen nicht ausgesprochen werden, wenn dieser überwiegende Interessen der Kinder entgegenstehen. Es handelt sich um eine Adoption aus rein wirtschaftlichen Gründen, was unabhängig von den konkreten Personen für mich schon mehr als zweifelhaft ist.

Kennen Sie Herrn Jacobs?

Ja, natürlich. Er ist ja wie die Familie Darboven ein begeisterter Fan des Pferdesports. Wir standen uns allerdings noch vor vier Jahren vor Gericht gegenüber.

Worum ging es da?

Herr Jacobs ist mit seiner Firma Barry Callebaut im Kakaogeschäft tätig. Diese hatte J.J. Darboven erlaubt, die Kakaomarke Xocao zu nutzen. Als Gegenleistung sollten sie unser Unternehmen mit Kakao beliefern. Es gab keinen schriftlichen Lizenzvertrag. J.J. Darboven vertraute auf das Wort von Herrn Jacobs und nutzte die Marke Xocao weiter. Später wurden wir von Barry Callebaut verklagt, der Prozess ging verloren und das Unternehmen musste Schadensersatz zahlen. Hierbei entstand ein wesentlicher finanzieller und Imageschaden. Wir kennen Herrn Jacobs aus diesem Zusammenhang nicht gerade als Freund des Unternehmens. Zudem gab es immer große Dissonanzen mit meinem Vater, wie der Hamburger Renn-Club geführt werden soll. Deshalb wundert mich, wie das Verhältnis nun dargestellt wird.