ExklusivCheck24 zielt auf Fintech‑Konkurrenz

Mitarbeiter sitzen am 09.12.2015 in der Zentrale des Vergleichsportals Check24 in München (Bayern) an ihren Schreibtischen hinter einer Glasscheibe, auf der das Logo des Unternehmens zu sehen ist.
Mitarbeiter sitzen in der Zentrale des Vergleichsportals Check24 in München an ihren Schreibtischen hinter einer Glasscheibe, auf der das Logo des Unternehmens zu sehen ist.
© dpa

Check24 greift die deutsche Fintech-Branche frontal an. Wie das Wirtschaftsmagazin ‚Capital‘ in der neuen Ausgabe 6/2017 berichtet, hat das Münchner Unternehmen in den vergangenen Wochen gleich mehrere Tools gelauncht, die direkt gegen führende Finanz-Startups wie den Festgeld-Vermittler Weltsparen oder den Online-Versicherungsmakler Clark gerichtet sind. Spätestens Anfang Juli soll zudem eine Banking-Funktion live gehen, die ähnlich wie die Finanz-Apps Numbrs oder Outbank funktionieren dürfte. „Wir gehen jetzt genau in die Segmente hinein, die momentan noch von Fintechs besetzt sind“, erklärte Check24-Geschäftsführer Christoph Röttele ‚Capital‘.

Mit der Produktoffensive von Check24 könnten sich die Gewichte im deutschen Fintech-Markt grundlegend verschieben. „Gegenüber den Fintechs verfügen wir vor allem über den Vorteil, dass wir bereits auf einen festen Stamm von rund 15 Millionen zufriedenen Kunden zurückgreifen können“, sagte Geschäftsführer Röttele gegenüber ‚Capital‘. Dieses Plus will Check24 nun vor allem im Versicherungsbereich ausspielen. So bietet das Portal schon lange einen digitalen Ordner an, in dem der Nutzer seine über Check24 abgeschlossenen Policen online einsehen kann. Nun hat das Vergleichsportal diese Funktion auf „fremde“ Policen ausgeweitet, sodass der Kunde jetzt seinen kompletten Versicherungsbestand über Check24 verwalten kann.

Festgeldvergleiche um ausländische Hochzinsbanken erweitert

Capital-Cover 06/2017

Damit ist das „Versicherungs-Center“ genannte Tool im Grunde eine Kopie von Online-Maklern wie Clark oder Getsafe, die in den vergangenen Monaten mit ihren neuartigen „digitalen Versicherungsordnungen“ für Aufsehen sorgten. Einen entscheidenden Unterschied gibt es allerdings: Die meisten Fintechs bieten den kostenlosen Service nur dann an, wenn der Nutzer sie im Gegenzug zu ihrem Makler macht. Dagegen verzichtet Check24 explizit auf die Übertragung des Maklermandats. „Die Fintechs brauchen das Mandat, weil sie sich über die Provisionen finanzieren müssen. Wir dagegen können es uns leisten, den Service kostenlos anzubieten“, sagt Röttele.

Das neue Banking-Modul, das den Namen „Kontoblick“ tragen wird, dürfte vom Prinzip her ähnlich funktionieren wie das „Versicherungs-Center“. Die Idee dahinter ist, dass der Kunde seine Finanzverbindungen zentral über Check24 verwaltet. Dieses Prinzip verfolgen nicht nur Fintechs wie Outbank oder Numbrs, sondern neuerdings auch die Deutsche Bank, die ihr Online-Angebot um ein entsprechendes Tool namens „Multibank“ erweitert hat. Auch in diesem Bereich sieht Röttele „große Synergiechancen“ für sein Unternehmen, will sich zu Details aber noch nicht äußern.

Abgesehen von „Versicherungs-Center“ und „Kontoblick“ begibt sich Check24 aber auch bei einzelnen Produkten in immer stärkere Konkurrenz zu Fintechs. So haben die Münchner ihre Tages- und Festgeldvergleiche Anfang Mai um ausländische Hochzinsbanken erweitert. „Das Tool für Geldanlagen im Ausland haben wir installiert, weil absehbar ist, dass sich das Zinsniveau sobald nicht erholen wird.“

Die neue Capital erscheint am 18. Mai. Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes, GooglePlay und Amazon