Netflix3 Fakten zum Streaming der Zukunft

Auf dem Laptop läuft Netflix, daneben stehen Snacks.
Zahlen für Streamingdienste? Mittlerweile ganz normal.Bild von Jade87 auf Pixabay

Kostenpflichtige Streamingdienste brauchten eine Zeit, um sich zu etablieren. Mittlerweile aber ist insbesondere Netflix in manchen Bevölkerungsgruppen so selbstverständlich geworden wie es einst ARD und ZDF waren. Doch der lukrative Markt verschärft den Wettbewerb. Längst bringen sich Filmstudios (Disney) mit eigenen Streamingplattformen in Position und Tech-Riesen (Apple) steigen in die Produktion von Serien ein.

Hinzu kommt, dass die historische Trennung von Streaminginhalten nach Video und Audio zunehmend aufgehoben wird. Viele Kunden sind zunehmend genervt vom Wust an gratis und kostenpflichtigen Abos bei diversen Anbietern. Das haben auch der Digitalverband Bitkom und das Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte in ihrer Untersuchung „Zukunft der Consumer Technology 2019“ festgestellt, die im September 2019 präsentiert wurde.

Dies sind drei Erkenntnisse zum Thema „Streaming“.

#1 Bezahlen wird normal

Einst galt beim Medienkonsum im Internet: Zahlen? Niemals! Umsonstvideos auf YouTube oder illegale Kopien auf Seiten wie Pirate Bay waren das Maß der Dinge. Das hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. Auch Deloitte und Bitkom stellten fest, dass immer mehr Nutzer bereit sind, für Streamingdienste Geld auszugeben. Demnach nutzen mittlerweile 42 Prozent der Verbraucher kostenpflichtige Video-On-Demand-Dienste wie sie Netflix oder Amazon Prime anbieten. Jeder fünfte Befragte (20 Prozent) setzt bei Diensten wie Spotify nicht nur auf das Gratismodell, sondern zahlt für Musikstreaming.

#2 Smarte Geräte werden die Norm

Streaming wird die neue Normalität. Das bedeutet auch, dass Unterhaltungselektronik organisch in das sogenannte Connected Entertainment eingebunden wird. Der Untersuchung zufolge werden im Jahr 2022 rund 90 Prozent aller Fernseher smart, also digital vernetzt sein. Dasselbe gelte für 95 Prozent aller Spielekonsolen und fast zwei von drei Audio-Anlagen (65 Prozent), beispielsweise Radios. Der Zugriff erfolgt vor allem über vorinstallierte Apps der Streamingdienste. Der Nutzen für beide Seiten liegt auf der Hand: Wer die App von Netflix oder Amazon bereits auf dem neuen Smart-Fernseher hat, greift vielleicht lieber zu diesem Modell. Im Gegenzug profitieren die Streamingplattformen davon, wenn ihre Inhalte ohne Umstand oder zusätzliche Verbindungsgeräte auf großen Bildschirmen mit hoher Auflösung genossen werden können.

#3 Videos und Musik aus einer Hand

Lange Zeit hat sich beim digitalen Entertainment die klassische Spezialisierung in Video und Audio fortgesetzt. YouTube zeigte Clips, Spotify sorgte für Musik. Diese Aufteilung gehört aber zunehmend der Vergangenheit an. Apple etwa bietet Musik, TV, Podcasts, Games sowie Eigenproduktionen aus einer Hand. Zwar verkauft Amazon sein Video- und Musik-Angebot noch über gesonderte Abomodelle. Grundsätzlich aber gehört den digitalen „One-Stop-Content-Shops“ laut der Studie vermutlich die Zukunft. Viele Kunden würden sich demnach durchaus an einen Anbieter binden. Mehr als jeder Dritte (35 Prozent) sei an Content aus einer Hand interessiert und würde dafür andere Abonnements kündigen. „Durch komfortablere Angebote könnten auch neue Nutzergruppen erschlossen werden, vor allem bei den älteren Zielgruppen gibt es noch Wachstumspotenzial“, merkte die Studie an.