KunstkompassFrauen etablieren sich im Kunstbetrieb

Die Koreanerin Haegue Yang ist die Aufsteigerin des Jahres
Die Koreanerin Haegue Yang ist die Aufsteigerin des Jahres dpa

Der Einzug der Frauen in die Kunstwelt setzt sich auch 2018 fort: Unter den Top-Ten der 100 Aufsteiger mit den höchsten Punkt-Zuwächsen im neuen „Capital Kunstkompass“ sind sieben Frauen. Den ersten Platz belegt die Koreanerin Haegue Yang, die seit 2017 eine Professur an der Frankfurter Städelschule innehat. Auf Rang zwei liegt die Polin Alicja Kwade, auf Platz drei die Italienerin Anna Maria Maiolino. Rang sechs belegt die US-Amerikanerin Taryn Simon, Platz acht ging an die Deutsche Katharina Sieverding gefolgt von Marguerite Humeau (Frankreich) und Berlinde de Bruyckere (Belgien).

Das Ranking der Top-100-Gegenwartskünstler von Capital (Ausgabe 12/2018) führen in diesem Jahr mit leichten Verschiebungen untereinander Gerhard Richter, Bruce Nauman, Georg Baselitz, Rosemarie Trockel, Cindy Sherman, Anselm Kiefer, Olafur Eliasson, Tony Cragg, William Kentridge und Richard Serra an. Die höchsten Zuwächse hatten Tony Cragg (Platz 8) und Georg Baselitz (Platz 3), sie konnten sich jeweils um einen Rang verbessern. Die Niederländerin Rineke Dijkstra schaffte den größten Sprung nach oben (von Platz 81 auf 68).

Das Podest für den auch über seinen Tod hinaus erfolgreichsten Gegenwartskünstler, das „Olymp-Barometer“, gebührt Andy Warhol, dicht gefolgt von den beiden Deutschen Joseph Beuys und mit etwas Abstand Sigmar Polke. Diese Platzierung haben die drei unverändert seit 2010 inne. Neben Beuys und Polke sind unter den 20 Künstlern des „Olymp-Barometers“ auch drei weitere Deutsche: Martin Kippenberger auf Platz fünf, Jörg Immendorf auf Platz 17 und Günther Förg auf Platz 20.

Führende Kunstnation des Jahres 2018 ist wieder Deutschland mit 28 Künstlern unter den Top-100, dicht gefolgt von den USA, die mit insgesamt 27 Künstlern vertreten sind. Rang drei besetzt Großbritannien mit elf Künstlern. Bei den Gegenwartskünstlern dominieren Malerei, Bildhauerei und kritische Installation.

Resonanz in der Fachwelt

Der „Capital Kunstkompass“ informiert seit 1970 über die führenden Strömungen der zeitgenössischen Kunst und ihre berühmtesten Protagonisten und bietet somit Orientierung für Investitionen auf dem Kunstmarkt. Verkaufspreise und Auktionsrekorde spielen bei der Bewertung der mittlerweile mehr als 30.000 Künstler keine Rolle. Nach Ansicht der Herausgeberin Linde Rohr-Bongard lässt sich die Qualität von Kunst nicht messen, wohl aber ihre Resonanz in der internationalen Fachwelt. Beobachtet und mit unterschiedlich hoher Punktzahl gewichtet werden die folgenden Kriterien: Einzelausstellungen in mehr als 300 renommierten internationalen Museen wie dem Guggenheim in New York, Teilnahme(n) an mehr als 100 Gruppenausstellungen im Jahr wie der Biennale in Venedig, Rezensionen in renommierten Kunstmagazinen, Ankäufe durch namhafte Museen, Ehrungen mit Auszeichnungen wie dem Turner-Preis in London sowie bei Skulpturen Postierung im Außenraum. Die erzielten Ruhmespunkte werden seit 1970 jährlich addiert und bestimmen die Position der Künstler im Ranking. Zusätzlich zu den Top 100 präsentiert der Kompass die 100 Aufsteiger als „Die Stars von morgen“, deren Arbeit in den letzten zwölf Monaten die größte Resonanz erzielte.

Für den aktuellen “Capital Kunstkompass“ hat der Bildhauer Tony Cragg, einer der wichtigsten Vertreter der New British Sculpture, exklusiv zwei Skulptur-Editionen aus Bronze in einer begrenzten Auflage von zwölf Exemplaren gestaltet. „Quadruped I“ ist Rostrot, „Quadruped II“ Grün patiniert. Beide Werke sind etwa 25 Zentimeter hoch und breit. Die Skulpturen kosten jeweils 8500 Euro, erwerbbar ist jeweils eine Arbeit. Sie sind über „art aktuell“, den Verlag von Linde Rohr-Bongard, unter kompassedition@gmx.de zu beziehen. Die Werke werden in der Reihenfolge des Bestelleingangs vergeben.