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Ranking Kunstkompass würdigt die bedeutendsten Künstler 2022

Tony Cragg in seinem Wuppertaler Atelier
Tony Cragg in seinem Wuppertaler Atelier
© Frederike Wetzels, © Tony Cragg, VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Der Bildhauer Tony Cragg ist der Aufsteiger des Jahres im Capital-Kunstkompass. Erfolgreichste Frau im sogenannten „Olymp“ des Kunstkompass‘, der Liste der erfolgreichsten verstorbenen Künstler, ist Louise Bourgeois

Stolze 7300 Punkte aufwärts ging es für den in Liverpool geborenen Meister der Großkulptur, Tony Cragg, im renommierten Ranking der Top 100 der lebenden Künstler:innen. Seit Ende der 1970er-Jahre werden die dynamischen Skulpturen des heute 73-Jährigen – aus Bronze, Stahl, Marmor oder auch mal Kevlar – weltweit gefeiert und ausgezeichnet, vom Louvre bis zum MoMA. 2016 schlug ihn die jüngst verstorbene Queen Elizabeth II. zum Ritter. Capital hat Tony Cragg in seinem Wuppertaler Atelier besucht und exklusiv für den Kunstkompass fotografiert.

Der Capital Kunstkompass ermittelt seit 50 Jahren die bedeutendsten zeitgenössischen Künstler weltweit, gemessen an ihrer Resonanz im internationalen Kunstbetrieb. Laut „Wall Street Journal“ entsteht so „das einzige zuverlässige Messinstrument für zeitgenössische Kunst“.

Das Ranking der Top-100-Gegenwartskünstler (Ausgabe 11/2022, EVT 20. Oktober) führt erneut Gerhard Richter an, zum nun 19. Mal. Dahinter liegen abermals Bruce Nauman, Georg Baselitz, Rosemarie Trockel und Cindy Sherman. Auf den Plätzen sechs und sieben haben Tony Cragg (6) und Olafur Eliasson (7) die Positionen getauscht. Danach geht es gewohnt weiter: mit Anselm Kiefer, William Kentridge und Vorjahresaufsteigerin Imi Knoebel. Besonders viele Ränge gutgemacht haben in der Hunderter-Liste der lebenden Künstler neben James Turrell (Rang 94, +9) und David Hockney (Rang 30, +9) vor allem die Künstlerinnen. Allen voran Barbara Kruger, die mit plus 19 Punkten von Platz 80 auf die 61 vorrückte, Yoko Ono (Rang 48, plus 8) und Katharina Grosse, die von der 787 auf die 74 emporstieg.

Übrigens: Das viel beachtete und diskutierte Ranking der Top 100 Stars von morgen erscheint diesmal separat, in Ausgabe 7/2023 von Capital und damit zeitgleich zur Art Basel. So soll den darin aufgelisteten „Newcomern“ eine separate neue Plattform im Heft geboten werden. Die Leser und Abonnenten dürfen sich dann zudem über eine weitere exklusive Edition für die eigene Sammlung freuen, die Kunstkompass-Autorin Linde Rohr-Bongard mit einem noch nicht genannten Künstler initiieren wird. Unbedingt vormerken.

Charity-Edition

Bereits jetzt erhältlich ist eine fantastische Charity-Edition, die Kunstkompass-Autorin Linde Rohr-Bongard mit dem bekannten Streetart-Künstler Jim Avignon initiiert hat – und deren Erlös Hilfsprojekten in der Ukraine zugutekommt. Das Ergebnis sind zwei melancholische, treffsichere Siebdrucke: „Shelter“ und „Blue Monday“ im Format 55 x 45 cm und einer jeweiligen Auflage von 100 Stück zum Preis von 120 Euro (beide Motive zusammen: 200 Euro), zzgl. 20 Euro Versand. Bestellung per Mail unter: kompassedition@gmx.de. Das perfekte Weihnachtsgeschenk für alle Leser:innen wie auch Firmen und ein wichtiges, kunstvolles Zeichen für den Frieden.

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Soft-Art-Künstlerin auf Platz eins des „Olymp“

Erfolgreichste Frau im sogenannten „Olymp“ des Kunstkompass‘, der Liste der erfolgreichsten verstorbenen Künstler, ist Louise Bourgeois. Ihre Soft Art steht im Kunstkompass-Essay dazu im Mittelpunkt, die sie zum Ende ihres Schaffens stärker vereinnahmt hat als ihre raumfüllenden Spinnenwesen. Ihre Stoff-Köpfe und -Körper sind aktuell im Berliner Gropius Bau zu sehen. Die Top 5 dieses posthumen Rankings besetzen übrigens Joseph Beuys, Andy Warhol und Sigmar Polke vor Bourgeois und Martin Kippenberger.

Bei den Nationen mit den wichtigsten Gegenwartskünstlern führt Deutschland (29) knapp vor den USA (24) und Großbritannien (12) in der Top-100-Liste. Im „Olymp“-dem Ranking der 25 wichtigsten verstorbenen Gegenwartskünstler liegen die USA (15) hingegen deutlich vor Deutschland (4).

Der Capital Kunstkompass misst seit 1970 möglichst objektiv Ruhm und Rang zeitgenössischer Künstler weltweit: Die Qualität von Kunst lässt sich zwar nicht messen, wohl aber ihre Resonanz in der Fachwelt. Verkaufspreise spielen bei der Bewertung der mittlerweile mehr als 30.000 Künstler keine Rolle. Mit Punkten bewertet werden stattdessen folgende Kriterien: Einzelausstellungen in einem der über 300 renommierten internationalen Museen wie dem MoMA in New York; Teilnahme an einer der jährlich 100 Gruppenausstellungen wie der Documenta in Kassel; Rezensionen in renommierten Kunstmagazinen; Ankäufe durch namhafte Museen; Ehrungen mit Auszeichnungen wie dem Turner-Preis in London; und bei Skulpturen außerdem Aufstellungen im Außenraum. Die Punkte werden seit 1970 jährlich addiert und bestimmen die Position im Ranking.

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