GastbeitragWie wir uns selbst demotivieren und die Karriere blockieren

Symbolbild Karriere
Symbolbild KarriereGetty Images

Jede/r kennt es: Wir führen innere Selbstgespräche. Selbstzweifel und Versagensängste gewinnen dabei oft die Oberhand und lassen den ärgsten Feind erstarken: uns selbst. Die Ursachen liegen in schlechten Erfahrungen, Momenten des Scheiterns und frühkindlicher Sozialisation. Negativsätze wie „Ich kann das nicht“ oder „Ich werde (wieder) scheitern“ demotivieren und führen zu Mutlosigkeit oder gar Rückzug. Attraktive Chancen werden nicht ergriffen oder gänzlich ignoriert, Optionen verpuffen. Das Resultat: Stress, Misserfolg und Karrierestau.

Negativer Self Talk wird zur ‚self-fulfilling prophecy‘. Um dies zu vermeiden, sollten eigene Gedanken auf ihre Wirkung hin überprüft und destruktive Self Talks entlarvt werden. Welche Signale senden wir uns? Beurteilen wir unsere Fähigkeiten objektiv, kennen wir eigene Stärken oder nur die Schwächen? Wer wenig Selbstvertrauen hat oder sich stets mit Anderen vergleicht, wird sich ungern neuen Herausforderungen stellen und die Aura des ‚Machers` vermissen lassen – ein echter Karrierekiller. Die gute Botschaft: Negativer Self Talk lässt sich umprogrammieren. Kommen Sie dem Täter auf die Spur. Die folgenden Stopptechniken und Gegenstrategien helfen dabei.

Stopp dem negativen Self  Talk

Von „Kalter Kaffee“ bis  zum „Gummi-Schnipser“ stellt die „Power of Words“-Methode diverse Stopptechniken zur Verfügung, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und dem negativen Self Talk Einhalt gebieten. Der Satz „Alles kalter Kaffee“ beispielsweise hilft, weil er Vergangenes zum Ausdruck bringt und zugleich dokumentiert, dass es nicht mehr wichtig ist. Somit können wir uns fragen: Ist das jetzt noch relevant? Oder können wir das übergehen, ist es eben „kalter Kaffee“?

Dynamischer funktioniert der „Rattenkick“: Immer dann, wenn ein einschränkender Gedanke aufkommt, stellen Sie sich eine hässliche Ratte vor. Nehmen Sie dann mit einem Bein Schwung und kicken Sie sie gedanklich weg – und den negativen Self Talk gleicht mit.

Wenn Sie gerade alleine sind, können Sie den „Stopp-Klatscher“ ausprobieren: Halten Sie Ihre Hände vors Gesicht, zählen Sie bis drei, klatschen Sie bei drei vor Ihrer Nase kräftig in die Hände und sagen Sie dabei laut: „Stopp!“ Das Gehirn „erschrickt“ und ist offen für Neues.

Ebenso wirksam ist der von Neurologen im Kontext von Zwangshandlungen untersuchte „Gummi-Schnipser“. Tragen Sie dazu ein Gummiband am Arm und schnipsen Sie – wenn der Self Talk wieder zuschlägt – damit leicht gegen den Puls. Der kleine Schmerzimpuls unterbricht das Negativ-Denken und ermöglicht es, die Gedanken anders auszurichten.