GastbeitragSo bewerben sich Manager richtig

Symbolbild Job
Symbolbild JobGetty Images

Manchmal passiert es überraschend und unerwartet, meistens haben es die Betroffenen aber schon länger im Urin, dass etwas nicht stimmt. Das Unternehmen wird verkauft, ein strategischer oder Finanz-Investor steigt ein oder es gibt einen Wechsel auf der Management- oder Vorgesetzten-Ebene – es gibt viele Gründe, warum auch in Zeiten sehr guter Konjunktur der Stuhl von Führungskräften schnell wackeln kann. Je höher die Hierarchie-Ebene und je länger die Karriere als Führungskraft oder Manager, umso mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es auch einen selbst mal trifft.

Wer als Führungskraft seinen Job verliert, darf – je nach Beschäftigungsdauer und Gesamtumstände – in der Regel auf eine gute Abfindung, eine großzügige Freistellung, ein gutes Zeugnis und gegebenenfalls auf die Finanzierung einer Outplacement-Beratung hoffen. Daher ist man geneigt zu denken, dass Führungskräfte ja weich fallen. Allerdings gibt es hier ein spezifisches Problem: Je höher die Ebene im Organigramm, umso seltener finden sich Stellenausschreibungen für adäquate Anschlusspositionen im sogenannten offenen Arbeitsmarkt. Wenn dazu noch ein gewisses Alter kommt, und das beginnt je nach Funktion oder Branche mit schon mit Mitte 40, sinken die Chancen gewaltig.

Spezielle Anforderungen an eine Bewerbung als Führungskraft

Wo ist das Problem? Plötzlich muss man sich selbst richtig verkaufen und hat das möglicherweise seit vielen Jahren nicht mehr gemacht; entweder weil man eine Kaminkarriere im gleichen Unternehmen hingelegt hat oder die Wechsel von A nach B quasi von alleine stattgefunden haben, durch gute Headhunter-Kontakte, ehemalige Vorgesetzte oder Empfehlungen. Viele sitzen dann jetzt wie der Ochs vorm Berg und haben im Zeitalter des Internets und Social Media keine Ahnung, wie man heute an eine adäquate Anschlussposition kommt.

Völlig unterschätzt wird die Dauer beziehungsweise Zeit, bis es zu einem Neuanfang kommt. Zum einen, weil das Angebot klein ist und das eigene Netzwerk gerade keine passende Vakanz zu bieten hat aber zum anderen, weil die Besetzungsprozesse und Entscheidungen in den Unternehmen zum Teil sehr lange dauern. Was kann in der Bewerbungsphase alles passieren? Es ändern sich die Anforderungsprofile für die Position, auf einmal taucht doch noch ein interner Kandidat auf oder auch aufgrund der eingangs beschriebenen Szenarien werden Stellen gar nicht mehr besetzt. Das heißt, man muss schon in diversen Ausschreibungsverfahren zum engeren Kandidatenkreis gehören, um wegen Gründen, die gar nichts mit der eigenen Person und Qualität zu tun haben, bis zu einem Vertrag zu kommen. Wie kann diese Quote erhöht werden?

Bevor man sich überhaupt mit den Vakanzen des Arbeitsmarktes beschäftigt, muss ein Lebenslauf her. Möglichst einer, mit dem man sich von den Wettbewerbern um die wenigen offenen ausgeschriebenen Stellen deutlich differenziert. Hier machen Führungskräfte (wie auch die meisten anderen Bewerber) sehr oft den gleichen Fehler. Man sucht im Internet eine Wordvorlage, fängt an drauf los zu schreiben und listet je Station in vielen Bullet-Points alles auf, was das Zeug hält. Man möchte ja dem nächsten Leser eine möglichst große Auswahl an Fähigkeiten und Kompetenzen vermitteln, damit er sich ein umfangreiches Bild machen kann.