StudieWeihnachtsstimmung drückt Mitarbeiter-Motivation

Weihnachtsstimmung im BüroGetty Images

Festlich geschmückte Innenstädte, Weihnachtsmärkte in der Nachbarschaft und überall der Duft von Glühwein und Keksen. In Weihnachtsstimmung zu kommen ist im Dezember keine Schwierigkeit. Auch immer mehr Beschäftigte in Deutschland stellen sich auf das Fest ein: Schon zwei Wochen vor Weihnachten, am 10. Dezember, ist jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland im Weihnachtsurlaub – gedanklich zumindest. Je näher die Weihnachtsfeiertage rücken, desto mehr Mitarbeiter schalten mental auf Feiertagsmodus. Am 20. Dezember sind das mit 69 Prozent rund 31 Millionen Beschäftigte, wie eine Studie der dänischen Engagement-Plattform Peakon zeigt.

Peakon misst mittels lernender Algorithmen die Mitarbeitermotivation in Firmen weltweit.  Zur Weihnachtszeit hat das Unternehmen zusätzlich 12.000 Beschäftigte aus Großbritannien, den USA und Deutschland nach ihrer Motivation und Produktivität in den Wochen vor Weihnachten befragt.

Vorfreude auf Weihnachten drückt die Produktivität

Dabei zeigt sich, dass sich die Weihnachtsstimmung der Beschäftigten auch auf ihre Arbeit auswirkt. „Auch wenn Angestellte im Dezember noch regelmäßig zur Arbeit kommen, zeigt sich doch im internationalen Vergleich, dass die Leistungsfähigkeit bei mehr als der Hälfte der Angestellten zwischen dem 17. und 19. Dezember stark zurückgeht“, sagt Julian Tesche, der die Entwicklung von Peakon in Deutschland leitet.

Im internationalen Vergleich sind die Deutschen dabei allerdings noch besonders pflichtbewusst. Während in den USA ab dem 17. Dezember die Hälfte der Beschäftigten mental im Weihnachtsurlaub ist, dauert es bei den deutschen Kollegen noch bis zum 19. Dezember. Bei britischen Beschäftigten ist es dagegen am 18. Dezember so weit.

Am längsten bleiben dabei die älteren Angestellten (55 plus) standhaft. Noch 60 Prozent der Befragten gehen am 19. Dezember motiviert zur Arbeit. Erst am 20. Dezember kippt die Stimmung, dann sind 74 Prozent gedanklich reif für den Weihnachtsurlaub. Die Hälfte ihrer jüngeren Kollegen zwischen 18 und 24 Jahren (51 Prozent) hat diesen Punkt schon am einen Tag vorher erreicht.

So sollten Unternehmen auf die Weihnachtsstimmung reagieren

Gegen die sinkende Motivation können Unternehmen nicht viel tun. Allerdings könnte es helfen, den Arbeitsalltag ein bisschen an die Weihnachtsstimmung anzupassen. „In dieser Zeit sollten Unternehmen die abnehmende Motivation nicht anprangern, sondern der Saisonalität positive Aspekte abgewinnen“, sagt Tesche.

Vor Weihnachten sei zum Beispiel ein guter Zeitpunkt, um in Besprechungen gemeinsam Bilanz über das vergangene Jahr zu ziehen oder um Pläne für das neue Jahr zu machen. Daneben sollten Unternehmen flexiblere Arbeitszeiten einräumen, empfiehlt Julian Tesche: „Wer seine Belegschaft nicht früher nach Hause schicken kann, sollte zumindest längere oder mehr Pausen einplanen. Dann haben Angestellte auch mehr Zeit, um Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Das machen sie wahrscheinlich sowieso schon – nur eben heimlich.“

Könnten sich Beschäftigte von ihren Chefs etwa zu Weihnachten wünschen, hätte knapp die Hälfte (48 Prozent) gerne eine Gehaltserhöhung (32 Prozent) oder einen Bonus (16 Prozent). Fast jeder Dritte (31 Prozent) würde sich dagegen über flexiblere Arbeitszeiten oder mehr Freizeit freuen. Immerhin acht Prozent würden sich von ihrem Chef einen Bürohund oder eine Bürokatze wünschen – und ziehen damit um ein Prozent an den Mitarbeitern vorbei, die gern eine Beförderung hätten (sieben Prozent).