KarriereWas tun, wenn die Kündigung droht?

Symbolbild Jobwechsel
Symbolbild Jobwechseldpa

#1 Das Gespräch suchen

Das sonst gute Verhältnis zur Geschäftsführung ist merklich abgekühlt; die Firma steckt in finanziellen Schwierigkeiten und eine Kündigungswelle zeichnet sich ab – es kann viele Anzeichen dafür geben, dass die Tage im derzeitigen Job gezählt sind. Wer grundsätzlich an seiner Stelle hängt und/oder aktuell keine Alternative parat hat, kann vielleicht mit der Flucht nach vorn Engagement beweisen. Hier sind Fingerspitzengefühl und das richtige Gespür für die Gemütslage der Vorgesetzten entscheidend.

Aber manch eine Chefin weiß es vielleicht zu schätzen, wenn ein Angestellter eigene Vorschläge beisteuert, um die bis dato für beide Seiten fruchtbare Zusammenarbeit zu retten. Vielleicht kann man mehr Verantwortung übernehmen, vielleicht wollte man schon heimlich seit langem in Teilzeit wechseln – jetzt ist der letzte Zeitpunkt, um der Karriere in diesem Unternehmen eine neue Richtung zu geben.

#2 Abschließen

Manchmal aber möchte man der Geschäftsleitung vielleicht lieber nicht signalisieren, dass man die Zeichen der Zeit erkannt hat. Dann gilt es, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Ist das Zwischenzeugnis seit Monaten überfällig? Wissen Sie, was Ihnen laut Arbeitsvertrag bei einer Kündigung zusteht? Benötigen Sie noch Leistungsnachweise, Arbeitsbelege oder Kontaktdaten?

Die nötigen Informationen werden am besten vor der Kündigung gesammelt, ehe der Zugriff möglicherweise eingeschränkt ist. Selbstverständlich geschieht das nicht während der Arbeitszeit und es werden nur solche Unterlagen eingeholt, auf die man ein Recht hat. Aber wer seine Geschäfte in Ordnung gebracht hat, kann auch mental sehr viel geordneter vom Job Abschied nehmen.

#3 Aktiv werden

Ignoranz ist bei einer drohenden Kündigung niemals eine gute Strategie. Zwar kann die Angst vor Arbeitslosigkeit lähmen. Auch die Frage, ob diese Kündigung nun gerecht wäre oder nicht, setzt den Betroffenen gern schachmatt. Aber lassen Sie sich davon nicht übermannen. Gut möglich, dass der Blick auf den aktuellen Jobmarkt zum Schock gerät. Vielleicht ist man heillos unter- oder überqualizfiziert oder konkurriert mit Dutzenden, wenn nicht gar Hunderten von Bewerbern um dieselbe Ausschreibung. Diese schmerzhafte Erkenntnis macht man aber am besten noch während der Festanstellung und nicht beim ersten Besuch im Jobcenter. Gönnen Sie sich einen Moment des Überwältigtseins, blicken dann aber der möglichen Kündigung fest ins Auge.

#4 Vorsorgen

Dann folgt die Frage: Können Sie noch schnell im Job eine Fähigkeit oder Technik erlernen (Photoshop, Excel, SEO), die sie auf dem freien Jobmarkt brauchen können? Gefällt Ihnen Ihr Beruf überhaupt noch? Dürfte es vielleicht auch mal die Selbstständigkeit sein? Lassen sich aktuelle Kontakte nutzen? Werden Sie hellhörig, was Jobchancen angeht. Womöglich kommen Ihnen häufiger Hinweise auf offene Stellen unter, als Sie denken. Befreien Sie sich aus der Angestellten-Filterblase und halten Sie die Ohren gespitzt. Im besten Fall bleibt die Vorbereitung reines Gedankenspiel. Aber selbst, wenn die Kündigung ausbleibt, ist eine solche Bestandsaufnahme eine wertvolle Erfahrung.