BewerbungWarum Vorstellungsgespräche per Video beibehalten werden sollten

Vorstellungsgespräche per Video haben sich in Corona-Zeiten etabliertimago images / Westend61

#1 Schnelleres Prozedere

Ein Bewerbungsprozess kann sich über Wochen oder gar Monate hinziehen. Zu Verzögerungen trägt oftmals bei, dass Termine gefunden werden müssen, an denen sowohl Unternehmensvertreter als auch Bewerber Zeit haben. Das gilt insbesondere, wenn eine mehrstündige Anreise des Kandidaten quer durch die Republik eingeplant werden muss. Per Videochat ist es Bewerbern sogar möglich, das Vorstellungsgespräch in der Mittagspause beim bisherigen Arbeitgeber zu absolvieren.

#2 Einfachere Vorauswahl

Persönlich kommt einfach jeder anders rüber als schriftlich. Bewerber, die sich im Anschreiben in nur schwer auszuhaltendem Selbstlob verheddern und es schaffen, zwölf Stärken in einem einzigen Satz unterzubringen, machen im Gespräch vielleicht doch einen sympathischen Eindruck. Oder umgekehrt: Der Verfasser eines auffallend eloquenten Motivationsschreibens wirkt im Gespräch unkommunikativ und direkt wie ein Fremdkörper im Betrieb. Bauen Recruiter in die erste Vorauswahl bereits ein kurzes Videotelefonat ein, kann dies durch einen umfassenderen Gesamteindruck die Vorauswahl stark erleichtern. Mögliche unliebsame Überraschungen zeigen sich dann nicht erst in der Von-Angesicht-zu-Angesicht-Endrunde, zu der nur noch zwei oder drei Bewerber eingeladen werden. Viele Menschen fühlen sich in ihrer vertrauten Umgebung auch wohler als in einem fremden Konferenzraum und treten entsprechend authentischer und auch souveräner auf.

#3 Günstigeres Auswahlverfahren

Normalerweise übernehmen Unternehmen die Kosten für die An- und Abreise eines Bewerbers. Stellt sich dieser per Videogespräch vor, fallen diese Kosten logischerweise weg. Müssen Unternehmen strikt auf ein schmales Budget für ein Bewerbungsverfahren achten, werden manche Kandidaten aus finanziellen Gründen erst gar nicht zum persönlichen Gespräch eingeladen. Ohne Kostendruck muss so der Kreis der möglichen neuen Kollegen nicht allzu eng gefasst werden und Bewerber, die vielleicht nicht eins zu eins dem Anforderungsprofil entsprechen, aber einen extrem interessanten Lebenslauf haben, können ebenfalls angehört werden. Auch ein internationaleres Recruiting kann so ermöglicht werden.

#4 Modernes Firmenimage

Lange Zeit haben sich deutsche Unternehmen beispielsweise beim Thema Homeoffice schwergetan. Umfragen zeigen jedoch immer wieder: Gerade junge Menschen wollen in Unternehmen arbeiten, in denen New Work kein Fremdwort ist, in denen es nicht tabu ist, Wert auf eine gute Work-Life-Balance zu legen – und in denen dazu die Möglichkeiten der Digitalisierung ganz selbstverständlich genutzt werden. Firmen, in denen sich Videointerviews als Teil des normalen Bewerbungsprozederes etablieren, entsprechen daher den Bedürfnissen der oftmals begehrten Zielgruppe der Generation Z.

 


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