Corona-PandemieMit Husten zur Arbeit? Wichtige Fragen und Antworten

Symbolbild: Home Office
Symbolbild: Home Officeimago images / Westend61

Darf der Arbeitgeber mich nach Hause schicken, wenn ich huste und Fieber habe?

Der DGB Rechtsschutz hat hier eine klare Antwort: „Er muss es sogar.“ In diesem Fall sei das weitere Vorgehen eindeutig: „Wenn Sie die typischen Anzeichen einer Corona-Infektion zeigen wie Fieber, Husten und Atemnot, müssen Sie umgehend das Firmengelände verlassen und in Ihre Wohnung zurückkehren. Sie müssen sich telefonisch unverzüglich an ihren behandelnden Arzt oder das Gesundheitsamt wenden.

Bis ein Arzt feststellt, dass Sie nicht mit dem Virus infiziert sind, gelten Sie als arbeitsunfähig.“

Aber was passiert, wenn ich nur huste und eigentlich arbeiten könnte?

„Ein Arbeitgeber, der Arbeitnehmer, die arbeitsfähig und auch arbeitsbereit sind, rein vorsorglich nach Hause schickt, bleibt zur Zahlung der Vergütung verpflichtet“, informiert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). „In diesen Fällen muss der Arbeitnehmer die ausgefallene Arbeitszeit auch nicht nachholen.“

Muss ich ins Büro, wenn die Kollegen husten?

Generell ja, heißt es beim BMAS: „Ein allgemeines Recht des Arbeitnehmers, bei Ausbruch einer Erkrankungswelle wie Covid-19 der Arbeit fernzubleiben, gibt es nicht.“ Um vom sogenannten Leistungsverweigerungsrecht Gebrauch machen zu dürfen, müsse die Arbeit für den Betroffenen unzumutbar sein. Dafür ist laut dem Ministerium zumindest ein ernsthafter Verdacht nötig, dass Leib oder Gesundheit gefährdet sind: „Das bloße Husten von Kollegen ohne weiteren objektiv begründeten Verdacht oder Anhaltspunkte für eine Gefahr wird dafür wohl nicht ausreichen.“

Muss ich zur Arbeit, wenn ich in der Erkältungszeit Angst habe, mich in gefüllten U-Bahnen und Bussen anzustecken?

Auch hier gilt laut DGB Rechtsschutz: „Das Risiko, sich auf dem Weg zur Arbeit anzustecken, gehört zum allgemeinen Lebensrisiko, das Arbeitnehmer zu tragen haben. Deshalb dürfen Sie nicht einfach von der Arbeit wegbleiben, wenn Sie befürchten, sich auf dem Weg dorthin mit dem Corona-Virus anzustecken. Allerdings sollten Sie sich an die vom Staat angeordneten Schutzmaßnahmen halten und etwa den Sicherheitsabstand zu anderen Personen von anderthalb Meter einhalten.“

Habe ich Anspruch darauf, ins Homeoffice auszuweichen?

Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice. Im Gegenzug gilt laut DGB Rechtsschutz aber auch: „Arbeitgeber können Homeoffice nicht einseitig anweisen“ – etwa, um einen hustenden Beschäftigten aus dem Büro zu entfernen, obwohl er da bislang ausschließlich gearbeitet hat. Das Homeoffice kann im Arbeitsvertrag, in einem geltenden Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung geregelt sein.

 


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