StudiePurpose-Studie: Lieber sinnvolle Arbeit als mehr Gehalt

Die Zufriedenheit von Mitarbeitern ist nicht allein vom Geld abhängig
Die Zufriedenheit von Mitarbeitern ist nicht allein vom Geld abhängig Getty Images

Jobzufriedenheit hängt nicht nur von Heller und Pfennig ab. Untersuchungen in den vergangenen Jahren zeigen: Sinnstiftende Arbeit wird für Menschen immer wichtiger. „Bedeutung ist das neue Geld“, hieß es da sogar schon mal. Dieses Motto können sich natürlich nur diejenigen leisten, deren Lohn zum Leben reicht. Aber eine neue Umfrage aus den USA unterstreicht, dass sich Menschen eine sinnvolle und bedeutsame Arbeit tatsächlich sehr viel kosten lassen.

Sinnstiftende Arbeit ist Geld wert

Die Coaching-Plattform BetterUp hat für ihre Studie „Meaning and Purpose at Work“ nach eigenen Angaben in den USA 2285 Berufstätige in 26 Branchen befragt. Dies sind die Haupterkenntnisse, die in der „Harvard Business Review“ vorgestellt wurden:

  1. Über neun von zehn Befragten waren bereit, für sinnstiftende Arbeit auf Gehalt zu verzichten.
  2. Der Lohnverzicht ging weit über Peanuts hinaus. 23 Prozent weniger Einkommen – darauf würden die Befragten zugunsten eines wirklich sinnstiftenden Jobs verzichten.
  3. Damit lassen sich Amerikaner eine bedeutsame Arbeit mehr kosten als ihre Unterkunft, wie die Verantwortlichen bei BetterUp bilanzierten. Für das Dach über dem Kopf würden nämlich durchschnittlich nur 21 Prozent des Einkommens ausgegeben.
  4. Menschen mit einem Job, den sie wichtig finden und der sie erfüllt, sind loyale Angestellte. Sie bleiben statistisch betrachtet 7,4 Monate länger in einem Betrieb als Mitarbeiter, die ihre Arbeit als ziemlich überflüssig erachten. Die zufriedenen Angestellten haben ein um 69 Prozent geringeres Risiko, in den nächsten sechs Monaten den Job zu wechseln.
  5. Angestellte mit sinnstiftender Tätigkeit arbeiten mehr. Sie kommen auf eine zusätzliche Arbeitsstunde pro Woche und nehmen jährlich zwei bezahlte Urlaubstage weniger.
  6. Arbeitgeber, die sinnstiftende Tätigkeiten bieten, profitieren davon finanziell. Die Studie beziffert den konkreten Gewinn auf 9078 US-Dollar (7950 Euro) pro Kopf und Jahr. Hinzu kämen durchschnittlich 6,43 Mio. Dollar pro 10.000 Angestellten, die jährlich durch weniger Neueinstellungen ausgegeben werden müssten.