Beruf 5 Nachteile an der Selbstständigkeit

Frau arbeitet Zuhause am Laptop.
Selbstständigkeit bringt Freiheiten - aber auch Nachteile mit sich. Pixabay

Von den großen Freiheiten der Selbstständigkeit haben wir bereits geschwärmt. Wie immer gibt es eine Kehrseite. Auch überzeugte Freelancer werden wohl zugeben: Einige Dinge sind in der Festanstellung einfach besser.

#1 Sicherheit

Spätestens am ersten Krankheitstag tritt das finanzielle Risiko der beruflichen Selbstständigkeit deutlich zutage. Freelancer besitzen keinen gesetzlichen Anspruch auf Krankengeld. Jeder Tag, an dem man arbeitsunfähig ist, bedeutet einen Tag weniger Lohn. Erst ab der siebten Woche springt die Krankenkasse ein. Sicherheit bedeutet aber auch, dass man ein Unternehmen im Rücken hat. Man ist kein winziger Einzelkämpfer, sondern kann hoffentlich im Zweifelsfall auf den Rückhalt einer mächtigeren Institution zählen. Sicherheit kann drittens auch heißen, dass man sich ab und zu mal einen Durchhänger erlauben kann, ohne dass (im paranoiden Freelancer-Hirn) gleich die Welt untergeht.

#2 Alles selber entscheiden müssen

Die große Freiheit kann ganz schön schlauchen. Wie lange arbeite ich heute, was erledige ich, was muss angeschoben werden, was kann liegenbleiben und warum geht niemand an mein klingelndes Telefon? Nicht nur in schwachen Momenten denkt der Selbstständige mit Wehmut an die tolle Chefin zurück, die einem einfach gesagt hat, was man zu tun hat. Vermutlich saß die Vorgesetzte noch lange am Schreibtisch, während die Untergebenen schon längst in den Feierabend verschwunden sind. Selbstständige können dieses Schicksal plötzlich sehr gut nachfühlen.

#3 Unklare Karriere

Glückwunsch, Sie sind selbstständig. Und nun? In einer Firma sind die Hierarchien meist klar. Angefangen beim Werkstudenten über Senior irgendwas bis hinauf zum Chef oder Firmengründer kann die Karriereleiter reichen. Menschen mit Ambitionen arbeiten auf konkrete Beförderungen hin. Ist der Aufstieg in ihrer Firma verbaut, kann ein Arbeitgeberwechsel den Karriereschub bringen. Selbstständige hingegen müssen für ihren Erfolg andere, individuelle Maßstäbe finden. Das kann ein stetig steigendes Einkommen sein, eine wachsende Anzahl von Kunden, mehr Urlaub oder mehr Zufriedenheit im Job. Aber auch für Außenstehende ist es schwerer, beruflichen Erfolg von Selbstständigen zu erkennen und zu schätzen.

#4 Teil eines großen Ganzen

Wir haben eingangs von der Sicherheit gesprochen, die ein Unternehmen bietet. Eine Firma kann darüber hinaus noch sehr viel mehr sein. Der einzelne Mitarbeiter ist vielleicht plötzlich Teil einer stolzen Firmentradition und hilft mit, sie für die Zukunft zu wappnen. Ein charismatischer Gründer oder eine innovative Geschäftsidee können beflügeln und mit Stolz erfüllen. Man ist dann Teil eines großen Ganzen, das auf jeden einzelnen Mitarbeiter abfärbt.

#5 Kollegen

Manchmal prägen Kollegen einen Job noch stärker als die Arbeit an sich. Kollegen bilden in gewisser Weise eine Schicksalsgemeinschaft. Niemand sonst im Leben weiß so gut, was man bei der Arbeit erlebt, im Guten wie im Schlechten. Mit niemand sonst verbringt man so viel Zeit. Man feiert gemeinsam Geburtstage, tröstet einander über dumme Fehler hinweg oder freut sich einfach über Insiderwitze, die daheim keiner verstehen würde. Natürlich gibt es auch wahnsinnig nervende Kollegen. Aber das blenden Selbstständige in wehmütigen Einzelkämpfer-Momenten gern aus.