HomeofficeDas sind die 4 größten Gesundheitsrisiken bei der Heimarbeit

Symbolbild: Home Office
Symbolbild: HomeofficeIMAGO / Westend61

Rund jeder Dritte klagt im Homeoffice einer Studie zufolge über gesundheitliche Probleme wegen eines nicht-ergonomischen Arbeitsplatzes. 36 Prozent leiden unter Verspannungen, Rücken- oder Kopfschmerzen. Längere Arbeitszeiten oder Arbeiten zu untypischen Zeiten wie am Abend oder Wochenende betreffen 32 Prozent. Das sind einige der Ergebnisse des DEKRA Arbeitssicherheitsreports 2021. Die seiner Ansicht nach größten Gesundheitsrisiken des Arbeitens von zu Hause aus hat derweil der Gründer des Online-Psychologiemagazins Psychreg.org, Dennis Relojo-Howell, aufgelistet.

#1 Soziale Isolation

Dauerhaftes Homeoffice kann einsam machen. Nicht jeder hat im Zimmer nebenan den Partner oder die Partnerin sitzen und damit jemandem zum kurzen Austausch zwischendurch. „Videokonferenzen und Instant Messaging können nicht die positiven Emotionen wiedergeben, die bei spontanem Smalltalk im Büro entstehen“, betont der Experte. Darunter leidet das Gemeinschaftsgefühl. Laut Relojo-Howell kann Einsamkeit unter anderem zu Depressionen und Schlaflosigkeit führen.

#2 Unergonomischer Arbeitsplatz

Der Wechsel ins Homeoffice erfolgte für die meisten Beschäftigten unvorbereitet. Viele haben kein separates Büro zuhause, sondern sitzen an improvisierten Arbeitsplätzen – am Esstisch oder auf dem Sofa. Sprich in Körperhaltungen, die jeder Orthopäde tadeln würde. Die wenigsten wissen zudem, wie ein ergonomischer Arbeitsplatz, an dem man acht Stunden gut sitzen kann, aussehen sollte – und was seine Einrichtung kosten kann. Rücken-, Nacken-, aber auch weitere Gelenkschmerzen sind die Folge.

#3 Wenig Bewegung

Viele Arbeitnehmer, die überwiegend am Schreibtisch sitzen, bewegten sich schon vor der Coronapandemie zu wenig. Im Homeoffice wird der Bewegungsmangel oft noch verstärkt. Der Weg hin und zurück zur Arbeit entfällt, außerdem die vielen kleinen Gänge – zum Kaffeeautomaten, zum Kopierer, zum Kollegen eine Etage höher. Aufstehen und sich kurz bewegen gehören zum Büroalltag dazu. Im Homeoffice dagegen sitzen Mitarbeiter in stundenlangen Videokonferenzen und stehen nur gelegentlich auf, um wenige Schritte bis in die Küche oder das Bad zu gehen. Dies kann unter anderem zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, zudem ist das Risiko für Depressionen oder Demenz größer.

#4 Unklare Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben

Das Pendeln zwischen Zuhause und Arbeitsplatz ist ein nicht zu unterschätzender Übergang zwischen Arbeitsmodus und Privatleben. Das Fehlen dieses Übergangs ist ein Grund, dass viele Beschäftigte im Homeoffice mehr arbeiten als vor der Pandemie im Büro. Sogar die Zeit, die angeblich durch die Flexibilität der Fernarbeit gewonnen wird, wird manchmal von der Arbeit aufgefressen. Die Folgen: Viele Menschen fühlen sich müde und gestresst.