Immobilien-PodcastWas die aktuelle Rohstoffknappheit für die Bauindustrie bedeutet

Welche Bedeutung hat die Holzknappheit für die Bauindustrie?IMAGO / U. J. Alexander

In Deutschland werden Baustoffe knapp. Ganz vorne mit dabei: Holz. Dadurch kommt es in der Bauindustrie und in Handwerksbetrieben zu Engpässen und Verzögerungen. Aufgrund der hohen Nachfrage vervielfachen sich zudem die Preise. Peter Hettenbach und Katarina Ivankovic, Geschäftsführer des iib Instituts, sprechen in der sechsten Folge des neuen Capital-Immobilienpodcasts „Lagebericht“ darüber, was die Ursachen der Holzknappheit sind und welche Konsequenzen die Situation beispielsweise für einen Fertighausvertrag hat.

„Das Thema Holz liest sich wie ein Krimi“, so Ivankovic. „Es sind einige Faktoren zusammengekommen, die das große Problem geschaffen haben.“ Nach einem kurzzeitigen Nachfrageeinbruch durch die Corona-Epidemie komme die Industrie nun mit der Produktion nicht hinterher, teils auch bedingt durch den Mangel an Arbeitskräften. Dazu komme der „Faktor Natur“, so Ivankovic. Die Bedingungen für den Holzeinschlag seien nicht ideal gewesen.

Doch nicht nur das Holz wird knapp: „Wir haben auch kein Metall. Wir haben keine Kunststoffprodukte, die auf Erdölbasis sind“, sagt Hettenbach. Probleme gebe es zudem bei mineralischen Baustoffen wie Kies und Sand. Nicht planbare Lieferzeiten und enorme Preiserhöhungen seien die Konsequenz.

Längerfristig planen

Für Kunden bedeutet das, dass sich die Kosten für Baumaterial im Vergleich zum Jahresbeginn teilweise verdreifacht hätten – selbst im Baumarkt. Wird sich die Situation entspannen, werden die Preise wieder sinken? „Ich glaube, es wird mittel- und langfristig Teuerungseffekte geben“, prognostiziert Ivankovic. „Es wird Teuerungen geben und die Industrie wird versuchen durchzusetzen, dass das so bleibt.“ Auf den Stand vor der Pandemie werde man zumindest nicht zurückkommen. „Es ist auf jeden Fall ein Anlass, längerfristig zu planen“, ergänzt Hettenbach. Die Experten raten dazu, nicht jetzt mit Projekten zu beginnen, wenn diese nicht dringend seien.

Die Nachfrage an Baustoffen sei auch im Ausland hoch: Gerade in China steige der Bedarf an Holz jedes Jahr an, so Ivankovic. Das habe die Preise getrieben, auch in Europa. Hettenbach erzählt: „Ich habe gerade eben mit einem Branchenprofi gesprochen, der gesagt hat, es werde direkt aus dem Schwarzwald nach China verschifft.“ Die längste Zeit sei China zudem Stahlexporteur gewesen, nun sei das Land selbst Importeur des Baustoffes. Wie es mit der Baustoffknappheit in Kanada und den USA aussieht, hören Sie im „Lagebericht“.

Hören Sie außerdem in der sechsten Folge des „Lageberichts“:

  • Woher die Lieferengpässe bei Dämmstoffen kommen
  • Wie sich die Transportkosten verändert haben
  • Wie Sie sich beim Hausbau ganz konkret Planungssicherheit verschaffen können

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