ImmobilienSo hilft der Staat beim Hausbau

Baustelle
Symbolbild: ImmobilienPixabay

Ein Haus im Grünen, 250 Quadratmeter, breite Fensterfronten, unweit vom Zentrum gelegen: Wenn es um die eigenen vier Wände geht, geraten viele Menschen ins Schwärmen. Die Ernüchterung folgt spätestens dann, wenn der künftige Hausbauer die Kosten für die Traumimmobilie mit dem persönlichen Budget abgleicht. Bauen in Deutschland ist teuer: Nach Angaben des Finanzdienstleisters Dr. Klein müssen Bauherren hierzulande im Schnitt rund 1.300 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch legen. 250 Quadratmeter kosten somit schon mal 325.000 Euro – und da sind noch nicht die Nebenkosten für beispielsweise Makler oder Gutachter dabei, die den Preis leicht um mehrere Zehntausend Euro in die Höhe treiben können.

Wer seinen Traum vom Eigenheim nicht beerdigen will, muss entweder Abstriche machen – oder sich rechtzeitig Unterstützung suchen. Der Staat greift Hausbauern mit verschiedenen Instrumenten unter die Arme. Für wen welche Förderung in Frage kommt, hängt vor allem von der persönlichen Lebenssituation ab. Junge Familien haben häufig Anspruch auf städtische Fördermittel, während die staatliche KfW-Bank besonders gerne energieeffiziente Bauvorhaben fördert. Wichtig in jedem Fall: Geld gibt es nur auf Antrag. Hausbauer müssen sich vorab also gründlich informieren, welche Förderung für sie möglich ist und die staatlichen Zuschüsse unbedingt noch vor Baubeginn beantragen. Ein Überblick über die wichtigsten Förderprogramme rund um den Hausbau.

Wohnriester

Die Wohnriester-Förderung existiert seit dem Jahr 2008 und ist eine der bekanntesten staatlichen Unterstützungen für den Hausbau. Das Prinzip ist simpel: Bauherren zahlen einen bestimmten Anteil ihres Monatseinkommens in den Wohn-Riester-Vertrag ein. Übersteigt die Sparsumme vier Prozent des Bruttoeinkommens, bezuschusst der Staat den Riester-Sparer mit 175 Euro im Jahr. Familien mit Kindern erhalten in der Regel zusätzlich einen Zuschuss von jährlich 300 Euro je Kind. Außerdem können Wohnriester-Sparer die Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.

Baukindergeld

Mit dem Baukindergeld will der Staat junge Familien unterstützen, die sich den Traum vom Eigenheim erfüllen möchten. Anspruch auf die Förderung haben Eltern mit mindestens einem Kind, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen gemeinsam nicht mehr als 75.000 Euro plus 15.000 Euro je Kind übersteigt. Wichtig: Die Kinder müssen bei Antragsstellung jünger als 18 Jahre sein, zudem darf die Familie zuvor noch nie eine Immobilie gekauft oder gebaut haben.

Arbeitnehmer-Sparzulage

Als vermögenswirksame Leistungen, kurz: VL, bezeichnet man zusätzliches Geld vom Arbeitgeber, das Mitarbeiter für den Vermögensaufbau nutzen können. Die Höhe des Zuschusses bestimmt der Arbeitgeber, maximal darf er im Monat 40 Euro beisteuern. Zahlt der Mitarbeiter das Geld in einen Bausparvertrag ein, erhält er zusätzlich 43 Euro jährlich vom Staat über die sogenannte Arbeitnehmer-Sparzulage. Bedingung für den staatlichen Zuschuss ist, dass sein zu versteuerndes Einkommen unter 17.900 Euro liegt. Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner dürfen zusammen nach Abzug aller Ausgaben nicht mehr als 35.800 Euro verdienen.

Wohnungsbau-Prämie

Wer mindestens 50 Euro im Jahr in einen Bausparvertrag einzahlt, erhält darauf 8,8 Prozent Wohnungsbau-Prämie. Bei 200 Euro im Jahr sind das immerhin 17,60 Euro, die der Staat zum Hausbau beisteuert. Die staatliche Förderung ist jedoch nach oben gedeckelt: Die maximale Fördersumme liegt bei 45 Euro im Jahr für Einzelpersonen und 90 Euro für Ehepaare. Zudem zahlt der Staat das Geld nur, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen nicht höher als 25.800 Euro ist.

KfW-Darlehen

Mit dem KfW-Wohneigentumsprogramm unterstützt die staatliche KfW-Bank Eigenheimbesitzer beim Kauf oder Bau eines Hauses mit einem zinsgünstigen Kredit. Sie können über die Bank ein Darlehen von bis zu 50.000 Euro mit einem effektiven Jahreszins von derzeit 0,8 Prozent aufnehmen. Wer dabei noch besonders energieeffizient baut oder saniert, kann bis zu 100.000 Euro über die KfW zinsgünstig finanzieren. Hier liegt der effektive Jahreszins bei 0,75 Prozent.