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Solarzellen So holen Sie das Optimum aus ihrer Photovoltaik-Anlage heraus

Reihenhaus mit Photovoltaik-Anlage auf dem Dach
Reihenhaus mit Photovoltaik-Anlage auf dem Dach
© IMAGO / Sven Simon
Mit einer eigenen Solaranlage lässt sich Geld für Strom sparen. Um das Beste herauszuholen, sollten Nutzer vier Dinge beachten

Erneuerbare Energien sind en vogue – auch im eigenen Zuhause. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) auf dem Dach, Balkon oder einer anderen Fläche, um den hohen Energiepreisen zu entgehen und unabhängiger zu werden. Bis März dieses Jahres wurden in Deutschland 2,2 Millionen PV-Anlagen verbaut, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat – ein Anstieg von beachtlichen 34 Prozent gegenüber dem Jahr 2018. Wer mit einer Anschaffung liebäugelt und die Anlage besonders effizient betreiben will, sollte auf vier Punkte ganz besonders achten.  

#1 Qualität von Material und Installation

Künftige PV-Anlagen-Besitzer sollten schon bei der Auswahl der Solar-Module auf hochwertige Komponenten und Materialien setzen, da diese gemeinhin langlebiger sind. Die Installation sollten Fachleute übernehmen, um Fehler beim Einbau zu verhindern und teuren Reparaturen vorzubeugen. „Schlampig verlegte Kabel, die an scharfen Kanten scheuern, können zu Störungen und Ertragsausfall führen“, warnt Jörg Sutter, Photovoltaik-Experte bei der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. Um auf der sicheren Seite zu sein, ist es zudem ratsam, sich von der Solarfirma ein Anlageprotokoll ausstellen lassen, sagt Tim Rosengart, Gründer des Vergleichsportals Selfmade Energy: „Damit hat man einen Nachweis, dass die Geräte nach Stand der Technik korrekt geplant und installiert wurden.“

#2 Platzwahl

Die Wahl des Platzes ist für die Sonnenausbeute entscheidend. Für eine maximale Solar-Ernte sollte die Fläche möglichst exponiert und unverschattet sein. Auch ein Solardach unter Bäumen läuft nicht auf Hochtouren. Dabei sollten Anlage-Besitzer in die Zukunft denken: „Es sollten möglichst auch keine kleinen Bäume davor stehen, die in 10 oder 20 Jahren groß werden und dann Schatten werfen“, gibt Sutter zu bedenken.

Optimal ist wenig überraschend eine Süd- oder Südwestausrichtung. Damit einzelne Module die Sonnenenergie bestmöglich absorbieren können, müssen sie zudem in einem bestimmten Winkel zur Sonne stehen – am besten sind Schrägen zwischen 20 und 40 Grad. Ein positiver Nebeneffekt der Winkel-Spanne: Regenwasser und Dreck durch Pollen oder Staub rutschen automatisch herunter.

#3 Pflege und Wartung

Auch wenn die schräge Montage groben Schutz abhält, sollten die Module regelmäßig fachmännisch gereinigt werden. In der Regel sind PV-Anlagen ansonsten wartungsarm. Um Ertragsausfälle abzufedern, sollten Schäden aber möglichst schnell erkannt und behoben werden. Mithilfe einer Wärmekamera können Fachleute beispielsweise leicht prüfen, ob einzelne Stellen der Anlage überhitzt sind, was die Solar-Ausbeute schmälern würde. „Eine Inspektion alle zwei bis vier Jahre ist ratsam. Am Ende des Tages hält die Anlage dadurch länger und liefert mehr Ertrag“, rät Energie-Experte Rosengart. Zudem sollten die Besitzer von Solaranlagen darauf achten, dass sämtliche Schrauben und Stecker fest angezogen sind. Auch hier sind andernfalls Ertragseinbußen möglich.

#4 Smarte Technik als Effizienz-Wächter und Optimierer

Die Funktionsfähigkeit und den Ertrag der Anlage sollten Besitzer regelmäßig überprüfen und dokumentieren. Dabei helfen smarte Fernüberwachungstechnik und Energiemanagementsysteme. Mit Hilfe sogenannter Datenlogger lässt sich dann überprüfen, ob eine Anlage ordnungsgemäß arbeitet und die Synchronisierung der einzelnen Elemente funktioniert. Eine Möglichkeit, um die Ertrags-Effizienz der Anlage weiter zu verbessern, ist der Kauf eines Batteriespeichers. „Damit kann Solarstrom auch abends und in der Nacht genutzt werden“, sagt Sutter. Ein weiterer Tipp des Experten: „Deutliche Steigerungen sind möglich, wenn der Solarstrom auch für die Wärmeerzeugung und für ein Elektroauto genutzt wird.“

Effizienz-Optimum durch richtiges Zusammenspiel

Es zeigt sich: Nutzer können an verschiedenen Stellschrauben drehen, um die Effizienz ihrer Solaranlage zu steigern und zu erhalten. Was sie dabei nicht vergessen sollten. Alles steht und fällt auch mit dem eigenen Verhalten. Wer Strom in erster Linie für den Eigenbedarf produziert, sollte Stromfresser-Geräte wie Waschmaschine, Spülmaschine und Co. vor allem tagsüber nutzen, wenn die Stromerzeugung am höchsten ist.

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