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Immobilien Mit diesen Steuern müssen Ferienhausbesitzer rechnen

Wer auf Mallorca ein Ferienhaus sucht, sollte einen großen Finanzpuffer einplanen.
Wer auf Mallorca ein Ferienhaus sucht, sollte einen großen Finanzpuffer einplanen.
© Dieter Mendzigall / IMAGO
Ferienhäuser sind nicht nur wegen ihres oft hohen Kaufpreises eine teure Angelegenheit. Die öffentlichen Abgaben haben es in vielen beliebten Urlaubsländern in sich

Viele Menschen träumen von einem Feriendomizil im Ausland . Wer das nötige Kleingeld besitzt, sollte bei der Auswahl des Standortes allerdings nicht nur die Kaufpreise im Blick haben. Je nach Land fallen für Ferienimmobilien teils hohe Steuern an.

Spanien

Die Baleareninsel Mallorca ist bei den Deutschen so beliebt, das sie scherzhaft als 17. Bundesland bezeichnet wird. Wer sich dort ein Ferienhaus zulegen will, sollte allerdings einen ordentlichen Finanzpuffer einplanen. Es gibt drei Steuern, die Immobilienbesitzer zahlen müssen: die jährliche Grundsteuer, die Vermögenssteuer und – bei Eigennutzung – die vereinfachte Einkommensteuer. Bei Letzterer wird ein fiktiver Nutzungswert von 1,1 bis 2 Prozent des Katasterwertes veranschlagt, von dem wiederum 24 Prozent Einkommensteuer abgeführt werden müssen.

Der Katasterwert (Valor Catastral) ist die Grundlage für die Berechnung der spanischen Grundsteuer (Impuesto sobre Bienes Inmuebles, IBI). Der Katasterwert unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde, für die Grundsteuer können Immobilienbesitzer mit etwa 0,4 bis 1,1 Prozent des Katasterwertes rechnen. Die Katasterbewertung berücksichtigt sowohl den Wert des Grundstücks als auch den Wert des Gebäudes, je nach Typ, Lage und Nutzung.

Die Vermögensteuer betrifft alle, die in Spanien eine Immobilie besitzen, egal ob sie sie selbst nutzen oder nicht, allerdings gibt es einen Freibetrag. Der Betrag, den Eigennutzer zahlen müssen, wird auf der Grundlage des weltweiten Nettovermögens des jeweiligen Kalenderjahres berechnet. Wer die Ferienimmobilie nicht selbst nutzt, hat eine beschränkte Steuerpflicht. Immobilien im Wert von bis zu 300.000 Euro sind von der Vermögensteuer ausgenommen.

Frankreich

Frankreich ist für Immobilienbesitzer das Gegenteil eines Steuerparadieses, vor allem, wenn sie aus Deutschland kommen. Wer sich bereits hierzulande über die Kosten ärgert, sollte besser kein Ferienhaus in Frankreich kaufen. Das Pendant zur hiesigen Grundsteuer ist die Taxe foncière, die Immobilienbesitzer regelmäßig zahlen müssen. Sie fällt deutlich höher aus als die deutsche Grundsteuer.

So wie sich die Steuerhöhe in Deutschland je nach Kommune unterscheidet, hängt sie in Frankreich vom Departement ab. Wen es beispielsweise ans Mittelmeer Richtung Nizza zieht, der zahlte im Jahr 2018 insgesamt 1328 Euro. Besonders hoch liegen die Steuern in den Departements rund um die Hauptstadt Paris. In Seine-Saint-Denis betrugen sie zuletzt gut 3000 Euro pro Jahr. Auch die Fristen zum Zahlen der Steuer sollten Ferienhausbesitzer nicht aus den Augen verlieren.

Italien

Alle Wege führen nach Rom. Wer dort oder irgendwo anders in Italien eine Ferienimmobilie kaufen will, muss mit vergleichsweise hohen Kosten für Müllentsorgung und Co. rechnen. Bis vergangenes Jahr zahlten Immobilienbesitzer eine Art Servicesteuer. Die sogenannte TASI – Tassa sui Servizi Indivisibili – war eine Kommunalsteuer, die die Kosten für die öffentliche Beleuchtung, das Abwassersystem, die Instandhaltung öffentlicher Einrichtungen und ähnliche Posten decken sollte.

Im Jahr 2020 wurde sie in die „Nuova IMU“, die überarbeitete Grundsteuer, integriert. Der Hebesatz der IMU erhöhte sich dadurch von zuvor 7,6 auf 8,6 Prozent. Die Gemeinden haben die Möglichkeit, ihn um weitere 2,8 Prozentpunkte auf maximal 11,4 Prozent anzuheben. Bemessungsgrundlage der IMU ist der Katasterertrag der Immobilie, den Eigentümer im Kaufvertrag oder im Katasterauszug nachlesen können.

Zusätzlich fällt für Immobilienbesitzer die Tassa sui Rifuiti, kurz TARI, an. Dabei handelt es sich um eine Abfallsteuer. Sie setzt sich zusammen aus einem fixen Teil, gemessen an der Wohnfläche, und einem variablen Teil, gemessen an der Anzahl der Bewohner. Die Gemeinden können bei der Berechnung weitere Faktoren hinzufügen. Die Höhe der Abgabe und ihre Zahlungstermine unterscheiden sich je nach Gemeinde.

Griechenland

In Griechenland fallen die Steuern für Immobilien vergleichsweise niedrig aus und bereiten Immobilienbesitzern keine Bauchschmerzen. Die Herausforderungen für Hauskäufer liegen dort eher auf juristischem Gebiet. Käufer sollten beim Unterschreiben des Kaufvertrags wachsam sein.

In Griechenland gibt es nämlich kein flächendeckendes Liegenschaftskataster, die Eigentumsverhältnisse sind deshalb nicht immer eindeutig geklärt. Der Grundbucheintrag ist keine Garantie dafür, dass der Verkäufer eines Objekts auch tatsächlich dessen Eigentümer ist. Interessenten sollten im zuständigen Register die Einträge der vorangegangenen 20 Jahre nachlesen und dabei auf Eigentumseintragungen, Lasten und Beschlagnahmungen achten.

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