ImmobilienSo wird der Traum vom Ferienhaus wahr

Ferienhäuser am Meer
Ferienhäuser am MeerBild von Wolfgang Vogt auf Pixabay

Eine Finca auf Mallorca, ein Chalet in der Schweiz oder ein Reetdach-Häuschen an der Nordseeküste: Das eigene Feriendomizil wird bei den Deutschen immer beliebter. Noch nie suchten so viele Menschen auf Google nach dem Schlagwort „Ferienimmobilien“ wie im Krisenjahr 2020, zeigt eine Statistik des US-Konzerns. Zahlreiche Interessenten ließen der Recherche Taten folgen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Deutschen mit eigener Ferienimmobilie um rund 21 Prozent gestiegen, geht aus einer Erhebung des Instituts für Demografie (IfD) Allensbach hervor.

Die Corona-Krise hat den Trend zur Zweitimmobilie also befeuert. Dennoch warnt der Deutsche Ferienhausverband (DFV) davor, sich gerade jetzt zu einem Spontankauf hinreißen zu lassen: „Käufer sollten ihre Ferienimmobilie als eine Unternehmung mit Chancen und Risiken einstufen“, betont Tobias Wann, Vorsitzender des DFV. Anders gesagt: Wer ein Feriendomizil erwerben will, sollte sich genügend Zeit nehmen, um Preise zu vergleichen, die Finanzierung zu regeln und die örtlichen Gegebenheiten kennenzulernen.

Rechtslage im Blick behalten

Im Ausland gelten beim Immobilienkauf oft völlig andere Regeln als in Deutschland. So ist etwa in vielen südeuropäischen Ländern ein Kaufvertrag über eine Immobilie bereits ohne notarielle Beurkundung bindend. Und auch in Deutschland gibt es so manche Einschränkung. So ist es zum Beispiel in vielen Wohngebieten verboten, das eigene Feriendomizil weiterzuvermieten. Was erlaubt ist und was nicht, erfragen Kaufinteressenten am besten bei den zuständigen Behörden.

Grundsätzlich gilt: Potenzielle Käufer sollten sich früh über die Rechtslage vor Ort informieren. Experten des Finanzdienstleisters Dr. Klein raten dazu, einen neutralen Übersetzer zu engagieren, wenn man in der Landessprache nicht firm ist. Zur finalen Kaufabwicklung sollten Interessenten zusätzlich einen deutschsprachigen Rechtsanwalt konsultieren.

Interessenten sollten sich im Vorhinein auch Gedanken über den Einsatzzweck der Immobilie machen. Soll das Ferienhäuschen ein Ort sein, um nach stressigen Phasen zur Ruhe zu kommen? Oder will man damit in erster Linie Rendite erwirtschaften? Die Frage, ob man sein Feriendomizil vermieten oder selbst bewohnen will, beeinflusst unter anderem, zu welchen Konditionen Käufer einen Kredit bekommen, sagt Henning Ludwig, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein.

Vor allem, wenn Käufer das Ferienhaus rein als Kapitalanlage nutzen wollen, verlangen viele Banken deutlich mehr Eigenkapital. Der Grund: Buchungsschwache Jahre können die Rendite empfindlich drücken und dazu führen, dass der Käufer die Immobilie verkaufen muss – im schlimmsten Fall weit unter Marktwert. „Kreditnehmer sollten nicht auf eine Vermietung angewiesen sein, um die monatliche Rate aufbringen zu können“, rät Ludwig.

Ferienhaus am Meer deutlich teurer

In den vergangenen Jahren haben die Bundesbürger das eigene Land als Urlaubsziel wiederentdeckt. Laut Statistischem Bundesamt erreichte der Deutschlandtourismus 2019 einen neuen Höchstwert von 495 Millionen Übernachtungen. Die wachsende Nachfrage wirkt sich auch auf die Immobilienpreise aus. Dabei gilt: Je beliebter die Lage, desto höher der Kaufpreis.

Wer Wellen vor dem Wohnzimmerfenster haben will, zahlt in der Regel drauf. So sind knapp 7000 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung mit direktem Meerblick auf den Inseln Norderney oder Wangerooge mittlerweile üblich. „Für Kaufinteressenten wird es immer schwieriger, ihr Traumobjekt in der passenden Preislage zu finden“, sagt Felix Jahn, Gründer des Immobiliendienstleisters McMakler.

Wer in Deutschland auf der Suche nach einem Schnäppchen ist, sollte sich eher auf dem Festland umsehen. „Wilhelmshaven, Friesland und Wittmund sind mit ihrer direkten Nähe zum Wattenmeer eine begehrte Alternative zu den prominenten, aber noch immer sehr teuren Inseln der Nordseeküste“, sagt Jahn. Auch für das nahe Ausland hat der Immobilienprofi einen Geheimtipp: Istrien in Kroatien. Für ein Ferienhaus auf der Halbinsel zahlen Käufer im Durchschnitt 2840 Euro pro Quadratmeter – Meerblick inklusive.