AngebotsmietenAtempause für die teuersten Wohnungsmärkte

Nach jahrelangem Anstieg stagnieren die Angebotsmieten in deutschen Metropolen – oder sind sogar rückläufig
Nach jahrelangem Anstieg stagnieren die Angebotsmieten in deutschen Metropolen – oder sind sogar rückläufigIMAGO / Sven Simon

Auf Deutschlands teuersten Wohnungsmärkten stagnieren die Angebotsmieten oder gehen teilweise sogar zurück. Laut einer Auswertung des Immobilienportals Immowelt blieben die inserierten Mieten in München, seit Jahren Deutschlands Spitzenreiter bei Mieten, im dritten Quartal 2021 zum zweiten Mal hintereinander stabil. Für eine Bestandswohnung werden in Durchschnitt 16,50 Euro pro Quadratmeter verlangt.

In Deutschlands zweitteuerster Stadt, Frankfurt, haben die Mieten bereits zwei Quartale hintereinander nachgelassen – im dritten Quartal um ein Prozent auf 11,60 Euro pro Quadratmeter. In Stuttgart sinken die Mieten laut Immowelt bereits seit mehr als einem Jahr. In Hamburg stagnierten die Mieten zuletzt.

Von 14 von Immowelt untersuchten Großstädten stiegen die inserierten Mieten nur noch in fünf. Vor einem Jahr war das mit acht noch in der Mehrheit der Metropolen der Fall. Nun sind die Mieten in sechs der Städte stabil und sinken in drei von ihnen. Laut Immowelt sind nach dem jahrelang anhaltenden Anstieg in vielen Großstädten weitere Erhöhungen am Markt wohl nicht mehr durchsetzbar.

Bundeshauptstadt ist die Ausnahme

Für viele Mieter sei die Belastungsgrenze erreicht. Laut einer Analyse des Portals vom vergangenen September beträgt die durchschnittliche Angebotsmiete einer familientauglichen Wohnung etwa in München selbst bei Akademikerfamilien mehr als ein Drittel des Einkommens, für andere Familien sind sie unerschwinglich.

Eine der Ausnahmen bei der jüngsten Entwicklung bildet Berlin. Dort ist ein Nachholeffekt nach der Aufhebung des Mietendeckels durch das Bundesverfassungsgericht erkennbar. Wie schon im zweiten klettern die Angebotsmieten auch im dritten Quartal um drei Prozent. Auch in Köln und Düsseldorf stiegen die Mieten um zwei Prozent. Dagegen bleiben die Mieten in den preiswerteren Städten in Ostdeutschland und im Ruhrgebiet stabil. Vor allem im Osten gebe es weiterhin einen vergleichsweise hohen Leerstand.

Der Entspannung in den Metropolen stehen allerdings anziehende Mieten im Umland und kleineren Städten gegenüber, die in den vergangenen Jahren von dramatischen Mietsteigerungen verschont geblieben waren. Zuletzt hatte eine Erhebung des Maklerverbands Immobilienverband Deutschland (IVD) für das erste Halbjahr 2021 ergeben, dass sich Angebotsmieten für Bestandswohnungen in Städten über 100.000 Einwohner gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent gestiegen waren. In Mittelstädten bis 100.000 Einwohner dagegen um 4,1 Prozent in Kleinstädten unter 20.000 Einwohnern sogar um 5,1 Prozent.

Der Beitrag ist zuerst erschienen auf ntv.de