LeserfrageLeserfrage: Krankenversicherung auf Weltreise

Mit einer normalen Auslandsreise-Krankenversicherung kommen Sie bei einer längeren Auszeit nicht weit. Derartige Verträge sind sehr günstig, gelten aber üblicherweise lediglich für Reisen von gut 40 bis 70 Tagen. Für alle, die länger unterwegs sind, ist ein spezieller Auslandsschutz unerlässlich.

Die Reisedauer und die Länder, in die es geht, beeinflussen den Preis erheblich. Wer beispielsweise maximal 90 Tage unterwegs ist, kommt beim Auslandsschutz deutlich günstiger weg als ausdauernde Reisende. Eine gute weltweite Absicherung bei Krankheit ist für drei Monate schon ab rund 100 Euro drin – insbesondere für jüngere Leute bis 35 Jahre.

Die Belastung fürs Budget steigt allerdings beträchtlich, wenn der Reisende länger an einem Stück unterwegs sein will: Für Weltreisen mit einer Dauer von bis zu einem Jahr schlägt ein guter Schutz häufig schon mit 600 bis 1000 Euro zu Buche. Als zweiter Faktor für den Preis kommen spätestens dann die konkreten Reiseziele ins Spiel: Bei den meisten Versicherern wird es noch erheblich teurer, wenn Länder mit einer kostspieligen Versorgung wie die USA, Kanada und mitunter auch Japan angesteuert werden. Wer solche Länder bei seinem Trip links liegen lässt, kann allein dadurch beim Versicherungsschutz kräftig sparen.

Reisedauer nicht zu knapp kalkulieren

Die Kostenunterschiede bei verschiedenen Urlaubsländern hat kürzlich die Allianz anhand tatsächlicher Krankheitsfälle vorgerechnet. Die USA gehörten demnach mit durchschnittlichen Behandlungskosten von 2600 Euro zu den Ländern mit der teuersten Gesundheitsversorgung, ebenso wie Kanada (2400 Euro) und Israel (2300 Euro). Den höchsten Kostenanteil verursachten laut Allianz Klinikaufenthalte, zum Beispiel nach einem Unfall.

Bei den Leistungen sollten Globetrotter auf Zeit vor allem auf zwei Punkte achten: Sie sollten die Reisedauer lieber zu großzügig als zu knapp kalkulieren – auch dann, wenn das den Schutz teurer macht. Einige Versicherer bieten allerdings auch eine nachträgliche Verlängerung an. Fragen lohnt sich also.

In jedem Fall sollte der Auslandsschutz eine umfassende Absicherung für Krankenrücktransporte bieten. Diese Leistung kostet oft fünfstellige Summen, vor allem bei Transporten aus unzugänglichen Gebieten wie Nepal. Im besten Fall hat der Patient schon Anspruch auf einen Heimflug, wenn dieser medizinisch vertretbar ist und nicht nur „medizinisch notwendig“.

Auf einen guten Schutz beim Rücktransport sollten übrigens auch Urlauber achten, die lediglich einen der üblichen Jahresverträge für eine Reisedauer bis maximal 70 Tage benötigen. Das Beste daran: Diese Angebote sind günstiger als das Taxi zum Flughafen. Singles bekommen einen guten Vertrag bereits ab rund 10 Euro Beitrag jährlich. Familien zahlen ungefähr das Doppelte.


Fragen zu Ihren privaten Finanzen? Capital wählt jeden Monat ein Thema aus – und gibt Antworten. Schicken Sie den Experten der Capital-Redaktion Ihre Frage zu Geld, Recht, Steuern, Versicherung oder Vorsorge: geldwert@capital.de

Weitere Folge: Zehn Prozent Zinsen trotz bester Bonität: Ist das Kreditwucher? und Lohnen sich Aktien von Dax-Aufsteigern?