Gute FrageWarum trotzt der Bitcoin nicht der Corona-Angst?

Symbolbild: Bitcoin
Symbolbild: BitcoinGetty Images

Der Bitcoin ist das bessere Gold, das beteuern zumindest Krypto-Fans. Die Digitalwährung sei eine „Fluchtwährung in unsicheren Zeiten“, sagen sie. Jetzt, da die Märkte auf das Coronavirus reagieren, wäre der richtige Zeitpunkt, das unter Beweis zu stellen. Aber der Bitcoin liefert nicht.

Die neue Capital

Während der Dax zwischenzeitlich abgestürzt ist, die deutsche Industrie eine Rezession befürchtet und klassische Krisenanlagen wie Gold stabil blieben, machte der Bitcoin nicht das, was er sollte. Nein, der Bitcoin stürzte ebenfalls ab. Das hat mehrere Gründe.

Klar ist: Institutionelle Investoren haben kürzlich Kryptowährungen für sich entdeckt. Sie ziehen ihr Kapital in Krisenzeiten jedoch schnell aus Hochrisikoanlagen raus. Und als solche wird der Bitcoin häufig eingestuft. Hinzu kommt, dass sich Kryptowährungen viel schneller liquidieren lassen als etwa Gold oder Aktien – und risikoreichere Assets werden in Krisenzeiten gerne zu Cash gemacht.

Auch die Geografie spielt eine Rolle: Das Coronavirus hat in China seinen Ursprung, einem wichtigen Standort für Bitcoin. Hier werden aufgrund niedriger Strompreise viele Bitcoins geschürft. Zuletzt wurden die Server einer größeren Kryptomining-Farm abgeschaltet, und Firmen schreiben auf ihren Webseiten von Corona-bedingten Verzögerungen.

 


Gute Frage erscheint jeden Monat in Capital. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes und GooglePlay