VersicherungWarum sich Dread-Disease-Versicherungen kaum lohnen

Symbolbild Krankheit
Symbolbild KrankheitBokskapet auf Pixabay

Mehr als ein Drittel der Deutschen fürchtet sich aus finanziellen Gründen davor, nicht mehr arbeiten zu können. Das zeigt eine DEVK-Umfrage aus dem vergangenen Jahr. Viele Arbeitnehmer wollen für den Ernstfall eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließen. Das klappt allerdings nicht immer: Wer Vorerkrankungen oder ein besonders hohes Berufsrisiko hat, der bekommt mitunter keinen Versicherungsschutz – oder die Policen werden wegen hoher Risikoaufschläge so teuer, dass sie mit einem durchschnittlichen Gehalt kaum zu bezahlen sind.

Wer nicht gegen Berufsunfähigkeit abgesichert ist, bekommt im Schadensfall nur die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Deren Höhe hängt davon ab, wie lange man schon in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Üppig fällt sie selbst bei langjährigen Beitragszahlern nicht aus.

Kein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Als „kleine Schwester“ der BU bieten einige Versicherer sogenannte Dread-Disease-Policen an. Diese greifen, wenn Versicherungsnehmer an schweren gesundheitlichen Leiden wie Krebs oder Multipler Sklerose erkranken. Statistisch gesehen sind Krankheiten der häufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit. Dennoch können Dread-Disease-Versicherungen eine BU nicht ersetzen.

Rund 30 Prozent der Deutschen, die ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, leiden an Nervenkrankheiten oder psychischen Erkrankungen. Weitere rund 20 Prozent werden von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats außer Gefecht gesetzt. Das zeigt eine Erhebung der Ratingagentur Morgen & Morgen. Genau diese Krankheiten decken Dread-Disease-Versicherungen allerdings nicht ab.

So umfasst etwa eine Police der Nürnberger Versicherung, ebenso wie viele ähnliche Angebote, unter anderem bösartige Krebsformen, Schlaganfälle, Herzinfarkte und Leber- oder Lungenerkrankungen. Die sogenannten Volkskrankheiten wie Burnout, Depression oder Rückenschmerzen sind indes nicht dabei. „Diese Fälle zählen nicht zu schweren Krankheiten und werden üblicherweise mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgedeckt“, schreibt der Versicherer auf seiner Homepage.

Dread-Disease-Versicherung zahlt einmalig

Auch wenn eine der versicherten Krankheiten eintritt, können sich Versicherungsnehmer nicht immer auf ihre Dread-Disease-Police verlassen. Oft muss die Erkrankung relativ weit fortgeschritten sein, ehe der Versicherer zahlt. Wenn er es tut, bekommen Versicherte überdies keine monatliche Rente wie bei einer BU, die den Lohnausfall zumindest teilweise ausgleicht. Stattdessen gibt es eine Einmalzahlung. Damit können Erkrankte einen Verdienstausfall höchstens kurzzeitig kompensieren. Ein weiteres Manko: Hat der Versicherer einmal gezahlt, endet der Vertrag. Erkrankt der Versicherte zum Beispiel an Krebs und erleidet später einen Herzinfarkt, fließt kein zweites Mal Geld.

Wer mit seinem Antrag auf eine BU scheitert und eine Alternative sucht, sollte statt einer Dread-Disease-Versicherung besser eine Erwerbsunfähigkeitspolice abschließen. Im Gegensatz zur BU sichert diese nicht die Unfähigkeit ab, im zuletzt ausgeübten Beruf weiterzuarbeiten, sondern den generellen Verlust der Erwerbsfähigkeit. Geld gibt es also nur dann, wenn man überhaupt nicht mehr arbeiten kann. Das macht die Versicherung günstiger und leichter zu bekommen als eine BU.