ExklusivVersicherungen: „Es gibt keinen Rabatt für Start-ups“

Frank Grund: Als oberster Versicherungsaufseher wacht der Jurist mit seinen Mitarbeitern über gut 550 Versicherungen und mehr als 430 Millionen VerträgeFrederike Wetzels

Die Zahl der digitalen Versicherungsangebote in Deutschland wächst zusehends: Die Bonner Finanzaufsicht BaFin hat in den vergangenen beiden Jahren bereits vier Lizenzen für digitale Start-ups im Versicherungsbereich vergeben, zwei weitere Anträge liegen vor. „So viele Neugründungen hatten wir in den Jahren zuvor nicht. Der Wille und das Kapital scheinen also da zu sein“, so der oberste deutsche Versicherungsaufseher, Dr. Frank Grund, im Capital-Interview (Ausgabe 02/2019).

Die neue Capital erscheint am 24. Januar
Die neue Capital erscheint am 24. Januar

Die BaFin legt bei der Zulassung von neu gegründeten Digital-Anbietern nach den Worten von Grund dieselben Maßstäbe an wie bei etablierten Unternehmen: „Es gibt von der Aufsicht keinen Rabatt für Start-ups“, so Grund. Ziel sei es, das jeder Kunde sicher versichert werde. Neugründungen müssten außerdem ihre Finanzierung für mindestens drei Jahre sicherstellen.

Chancen durch die Digitalisierung sieht der Chef der deutschen Versicherungsaufsicht vor allem durch geringere Kosten und einen personalisierten Service. Was neuartige Produkte betrifft, ist Grund hingegen skeptisch: „So viel Innovatives habe ich da noch nicht gesehen“, sagt er. So habe er etwa Bedenken, ob sich neue situative Angebote durchsetzen wie beispielsweise eine Tagespolice für Skifahrer, die schon oben am Hang stehen.