GeldanlageTesla - immun gegen den Corona-Schock?

Auch Tesla kann sich der Autokrise nicht entziehenimago images / localpic

Der US-Elektroautobauer Tesla ist bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gefahren. Zeitweise verzeichnete das Unternehmen im Gegensatz zu anderen Autokonzernen sogar steigende Absatzzahlen, etwa auf dem kalifornischen Heimatmarkt. Daher konnte sich auch der Aktienkurs zuletzt beruhigen, der in den vergangenen Monaten eine wilde Berg- und Talfahrt hinter sich hat. Die Kursstabilisierung hat sich auch auf die erwartete Schwankungsbreite (implizite Volatilität) ausgewirkt, sie ist nämlich gesunken.

Allerdings liegt sie mit rund 60 Prozent für drei Monate immer noch auf einem vergleichsweisen hohen Level. „Das hohe Volatilitätsniveau bei Tesla ermöglicht bei Seitwärtsprodukten wie Bonus- oder Discountzertifikaten eine attraktive Mischung aus Risiko und Chance“, erklärt Sebastian Bleser, Derivate-Experte von HypoVereinsbank Onemarkets. „Die Produkte bieten einen Puffer gegen fallende Tesla-Kurse und gleichzeitig interessante Renditechancen“, führt Bleser weiter aus.

Ein Beispiel hierfür ist das defensive Discountzertifikat mit der WKN DF0Q3P (DZ Bank): Selbst wenn der Tesla-Kurs bis zum Laufzeitende im Dezember 2020 um rund 25 Prozent fällt, erzielt das Papier immer noch seinen Maximalgewinn von 21 Prozent per anno. Folgende Discountzertifikate mit anderen Laufzeiten bieten ein ähnlich gutes Chance-Risiko-Profil: WKN VE594P (Vontobel) oder WKN CL8D21 (Société Générale).

Sinkende Preise als Warnsignal?

Der Vorteil dieser Papiere ist der riesige Puffer nach unten, den man bei einer so schwankungsintensiven Aktie aber auch benötigt. Denn es glänzt nicht alles bei Tesla, obwohl sie im Vergleich zu anderen Autobauern in der Corona-Krise besser zurechtgekommen sind. „Allerdings kämpft der Elektroauto-Pionier nun auch mit schrumpfenden Abätzen – und reagiert darauf mit Preisveränderungen“, erklärt Carlo Alberto de Casa, Chefanalyst beim britischen Broker Activtrades. Eine Alternative zu den Discountzertifikaten sind daher Short-Papiere, um von fallenden Tesla-Notierungen zu profitieren – auch als Absicherung. Dazu eignen sich die moderat gehebelten Turbo-Papiere mit der WKN KA839W (Citigroup) und die WKN UD3HS4 (UBS).

Tesla Aktie

Tesla Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Laut Tesla sollen die Preise für alle Modelle in Amerika gesenkt werden. Das Unternehmen plant, das Model S ab 79.990 Dollar anzubieten. Das SUV Model X soll demnach ab 84.990 Dollar erhältlich sein. Das für den Massenmarkt konzipierte Model 3 wird ab 37.990 Dollar kosten. Tesla hofft nach eigen Angaben, so der sinkenden Nachfrage in den USA begegnen zu können. In den USA ist außerdem Teslas neuer Kompakt-SUV, das Model Y, der große Hoffnungsträger, weil diese Automobile in den USA derzeit die gefragtesten Automodelle sind.

Tesla ist beliebt

Neben dem Heimatmarkt sollen aber auch die Preise in China reduziert werden. Auf dem wichtigsten Autoabsatzmarkt der Welt plant Tesla, die Preise für die dorthin exportierten Modelle S und X zu senken. Das vor Ort hergestellte Model 3 ist von der Preissenkungsrunde dagegen ausgenommen.

Im Gegensatz zu den Automobilen ist die Tesla-Aktie aufgrund der Tradingchancen in der aktuellen Marktsituation sehr beliebt wie die Umsätze an den Börsen hierzulande, aber auch auf Derivateplattformen wie Gettex oder der Social Tradingplattform von Etoro zeigen.

 


Daniel Saurenz betreibt das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter Info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus