AktienmärkteÖsterreich ist Börsen-Champion 2017

Die Wiener Börse war 2017 ein guter Platz für Investoren Wiener Börse

Für viele deutsche Anleger waren heimische Aktien der klare Favorit des Jahres 2017. Der deutsche Leitindex Dax erreichte im Herbst ein neues Allzeithoch, Investoren waren begeistert. Wer den Blick etwas weiter in die Ferne richtete, musste allerdings feststellen, dass andere Aktienmärkte eine weitaus bessere Wertentwicklung verzeichneten.

Unter den entwickelten Märkten schnitt im abgelaufenen Jahr einer von Deutschlands Nachbarn am besten ab, zeigen Zahlen des US-Indexanbieters S&P Dow Jones Indices (S&P DJI). Der Aktienindex S&P Austria stieg in Euro gerechnet von Januar bis Mitte Dezember um 35 Prozent. Zum Vergleich: Der Dax legte im selben Zeitraum nicht einmal halb so viel zu. Auf Rang zwei liegt Südkorea mit einem Plus von 28 Prozent. Das Land wird von einigen Indexanbietern noch immer als Emerging Market eingestuft, gehört bei S&P DJI aber mittlerweile zu den entwickelten Ländern. Auf den Rängen drei bis fünf liegen der niederländische, singapurische und italienische Aktienmarkt mit einem Wertzuwachs von jeweils um die 19 Prozent.

Am schlechtesten lief es 2017 in Israel. Der Aktienindex S&P Israel gab rund drei Prozent nach. Auch der kanadische Aktienmarkt entwickelte sich mit einem Plus von knapp einem Prozent vergleichsweise schwach. In Australien, Luxemburg und Norwegen lief es für Aktienanleger ebenfalls mau. Die drei Aktienmärkte stiegen bis Mitte Dezember um jeweils fünf bis sechs Prozent, bildeten damit neben Israel und Kanada das Schlusslicht.

Auch in Emerging Markets waren deutsche Anleger zuletzt gut beraten, nach nebenan zu schauen: Der S&P Poland legte rund 31 Prozent zu, so viel wie kein anderes Emerging-Markets-Barometer des Indexanbieters. Am zweitbesten schlug sich der S&P China mit einem Plus von 29 Prozent. Auch in Tschechien, Indien und Chile konnten Anleger im Jahr 2017 hohe Kursgewinne verbuchen.

Anlagestrategen raten Emerging-Markets-Investoren zu einer besonders sorgfältigen Länder-Auswahl. Für diesen Rat gibt es gute Gründe, zeigen die Zahlen von S&P DJI. Die Differenz zwischen dem besten und dem schlechtesten Schwellenmarkt ist enorm. Auf dem letzten Platz liegt das Emirat Katar mit einem Minus von rund 26 Prozent. Der S&P Pakistan gab bis Mitte Dezember 13 Prozent nach, in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ging es rund neun Prozent abwärts. Auch mit russischen und kolumbianischen Aktien waren Anleger im Jahr 2017 nicht gut beraten: Sie verzeichneten im Schnitt ein Minus von 2,5 beziehungsweise 1,5 Prozent.

Für die Wertentwicklung der einzelnen Aktienmärkte gibt es unterschiedliche Gründe. Unter den Verlierern finden sich mit Norwegen, Australien, Katar, den VAE, Kolumbien und Russland überproportional viele Exporteure von Öl und anderen Rohstoffen, die offensichtlich unter den noch immer niedrigen Preisen für diese Güter leiden. Bei den Gewinnern sieht man, welche Länder ihre Hausaufgaben gemacht und das Vertrauen der Investoren wiedergewonnen haben, beispielsweise Italien. Einige Sieger-Länder gehören dank eines soliden Wirtschaftswachstums dagegen schon seit längerem zu den Favoriten der Investoren, darunter China und Korea. Die wichtigste Aussage der Index-Daten: Der Entscheidung für ein Länder-Investment sollte stets eine gründliche Analyse der Fundamentaldaten vorausgehen.