Schnelles GeldKrankenversicherung: keine Steuer auf den Bonus

Symbolbild Krankenversicherungimago images / Shotshop

Viele Krankenkassen belohnen gesundheitsbewusstes Verhalten ihrer Mitglieder wie beispielsweise einen Check-up beim Arzt, eine Zahnvorsorgeuntersuchung oder die Mitgliedschaft im Sportverein mit einem finanziellen Bonus. Über eine Prämie von 230 Euro freute sich auch ein gesetzlich Versicherter – jedenfalls bis das Finanzamt zu dem Schluss kam, der Bonus mindere die Krankenkassenbeiträge. Die Folge: Das Finanzamt kürzte den Sonderausgabenabzug des Versicherten um 230 Euro. Dieser klagte dagegen und erhielt vom Bundesfinanzhof im Prinzip recht.

„Die von einer gesetzlichen Krankenkasse gewährte Geldprämie (Bonus) für gesundheitsbewusstes Verhalten mindert nicht den Sonderausgabenabzug für Krankenversicherungsbeiträge, sofern hierdurch ein finanzieller Aufwand des Steuerpflichtigen ganz oder teilweise ausgeglichen wird“, stellte das oberste deutsche Finanzgericht (X R 16/18) fest. Dies gelte auch in Fällen, in denen der Bonus pauschal ermittelt wird. Allerdings schränkte das Gericht ein, dass die jeweils geförderte Maßnahme beim Steuerpflichtigen Kosten auslöst „und die hierfür gezahlte und realitätsgerecht ausgestaltete Pauschale geeignet ist, den eigenen Aufwand ganz oder teilweise auszugleichen“.

Anders sei die Lage bei Vorsorgemaßnahmen, die wie Schutzimpfungen oder Zahnvorsorge vom Basiskrankenversicherungsschutz ohnehin bereits abgedeckt sind. „In diesem Fall liegt eine den Sonderausgabenabzug mindernde Beitragserstattung der Krankenkasse vor“, teilte das Gericht mit, was dann auch steuerliche Auswirkungen hätte. Gleiches gelte für Boni, die für den Nachweis eines aufwandsunabhängigen Verhaltens oder Unterlassens (gesundes Körpergewicht oder nicht Rauchen) gezahlt würden.

Fazit: Gesundheitsbewusstes Verhalten lohnt ohnehin immer, ganz unabhängig vom Geld. Wer aber tatsächlich Ausgaben dafür hat und deshalb einen Bonus von seiner Krankenkasse ausgezahlt bekommt, der sollte bei seinem Steuerbescheid beachten, dass ihm kein finanzieller Nachteil entsteht. Das Urteil des Bundesfinanzhofs sollte hier jetzt für Klarheit sorgen.

 


Der Beitrag ist in Capital 11/2020 erschienen. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes und GooglePlay