VorsorgeFür den Notfall gewappnet: Das gehört in den Geldbeutel

Symbolbild Notfallimago images / imagebroker

Wenn ein Unfall passiert, geht alles ganz schnell. Der Rettungswagen kommt und plötzlich liegt man im Krankenhaus, kann vielleicht nicht sprechen, weil man bewusstlos ist. Ärzte und Pfleger müssen dann bei null anfangen. Sie wissen nichts über Vorerkrankungen oder darüber, welche Angehörigen sie kontaktieren sollen. Wer für einen solchen Notfall vorsorgen will, der sollte seinen Geldbeutel entsprechend ausstatten. Schließlich haben die meisten Menschen ihre Geldbörse dabei, wenn sie draußen unterwegs sind. Weil das natürlich auch Pfleger und Ärzte wissen, schaue sie dort als erstes nach, um bei bewusstlosen Patienten zu erfahren, wer vor ihnen liegt.

Ärzte sollten vor einer Behandlung über Krankheiten und Medikation ihrer Patienten Bescheid wissen. Wer unter schweren Allergien leidet, auf Insulin oder andere lebensnotwendige Medikamente angewiesen ist, sollte dies auf einer Notfallkarte notieren und sie gut sichtbar im Portemonnaie verstauen. Alternativ können Versicherte solche Notfalldaten von ihrem Hausarzt auf ihrer Krankenkassenkarte speichern lassen. Das Krankenhauspersonal kann diese Informationen abrufen. Auf Wunsch hinterlegen Krankenkassen auf der Karte auch einen persönlichen Notfallkontakt.

Neben Allergien und Medikamenten können für Mediziner noch weitere Informationen über den körperlichen Zustand ihrer Patienten von Bedeutung sein. In die Notfalldaten auf der Krankenkassenkarte oder auf die Karte im Geldbeutel gehören zum Beispiel Angaben zu einer bestehenden Schwangerschaft, zu Implantaten oder einem Herzschrittmacher. Zur Notfallausrüstung gehört außerdem gegebenenfalls der Organspendeausweis, auch wenn seine Inhaber in der Regel hoffen, ihn nicht so schnell zu benötigen. Er erspart Medizinern kostbare Zeit und Angehörigen die Qual, selbst eine Entscheidung fällen zu müssen. Ebenfalls wichtig: eine Patientenverfügung. Die sollte man zwar nicht mit sich herumtragen. Enge Angehörige sollten aber für den Ernstfall wissen, wo das Dokument oder eine Kopie davon zu finden ist.

Die Telefonnummern der engsten Angehörigen kann man für den Notfall nicht nur auf der Krankenkassenkarte, sondern auch auf dem Smartphone hinterlegen. Wer das Handy findet, kann dann über den digitalen Notrufknopf auf dem Sperrbildschirm statt der 112 die hinterlegten Personen anrufen – ohne das Telefon dafür entsperren zu müssen, was in der Regel ohne PIN oder Fingerabdruck nicht funktioniert. Moderne Smartphones können im Ernstfall sogar Standortinformationen und einen Hilferuf an ausgewählte Personen oder den Rettungsdienst senden. Dazu muss der Besitzer meist nur ein oder zwei Tasten für wenige Sekunden drücken. Wie sich diese Tastenkombination einstellen lässt, wird meist in den Einstellungen des Smartphones erklärt.

Wer alleine wohnt und Haustiere hält, sollte im Portemonnaie auch darauf einen Hinweis hinterlegen. Das hat zwar keinen Vorteil für die Behandlung, kann aber über das Leben der vierbeinigen Familienmitglieder entscheiden. Wenn Herrchen oder Frauchen bewusstlos ist und keiner von den Tieren weiß, warten diese womöglich tagelang auf Futter und Wasser. Ein einfacher Hinweis im Geldbeutel kann das verhindern.

 


Kennen Sie schon unseren Newsletter „Die Woche“? Jeden Freitag in ihrem Postfach – wenn Sie wollen. Hier können Sie sich anmelden