BausparerDie neuesten Tricks der Bausparkassen

Lars Trepels hatte geglaubt, an ihm werde der Ärger schon vorbeiziehen. „Ich habe doch nur eine kleine Summe angespart“, sagt er. Circa 1000 Euro liegen in seinem Bausparvertrag, und darauf gibt es auch nur 1,5 Prozent Zinsen. Doch Ende vergangenen Jahres erhielt Trepels Post von seiner LBS Nord. Darin kündigte die Bausparkasse an, ab Januar 2018 ein Kontoentgelt einzuführen. 18 Euro soll Trepels nun jährlich zahlen, obwohl er lediglich 14 Euro Zinsen erhält. „Das ist eine Unverschämtheit“, sagt er.

Bausparen ist eine deutsche Institution, 30 Millionen Verträge gibt es hierzulande. Schon Kinder erhielten früher von ihren Eltern einen Vertrag. Das Prinzip ist einfach: Zunächst spart man einen bestimmten Betrag an, zum Beispiel 25.000 Euro, und kann sich damit später noch mal 25.000 Euro Kredit holen, um eine Immobilie zu finanzieren. Der Zins wird dabei über die gesamte Laufzeit des Vertrags von 20 Jahren oder länger schon beim Abschluss festgelegt.

Seit jeher waren Bausparverträge eine Wette auf den Zins – für Anbieter wie Kunden. Doch mit den ultraniedrigen Zinsen hat sich die gesamte Bausparbranche verzockt: Sie muss für alte, teure Verträge relativ hohe Zinsen zahlen, hat im Darlehensgeschäft aber Probleme. Die 18 Euro Gebühren für 14 Euro Zinsen von Lars Trepels sind nur ein weiteres Beispiel aus einem paradoxen Konflikt, in dem die Bausparkassen seit Jahren versuchen, einen Teil ihrer Kunden loszuwerden.

Bisher ging es vor allem um Bausparer, die wegen hoher Zinsen ihre alten Verträge einfach weiterlaufen ließen, obwohl sie damit gar nicht mehr auf eine Immobilie sparen. „Doch inzwischen treffen die Schikanen die breite Masse der Verbraucher. Das ist kein Luxusproblem mehr von Kunden, die fünf Prozent Zinsen kassieren“, sagt Alexander Krolzik, Bausparexperte der Verbraucherzentrale Hamburg.

So ist die LBS Nord nicht die einzige Bausparkasse, die für 500.000 ihrer Kunden Gebühren einführt. Auch die Debeka verlangt nun eine „Servicepauschale“: Je nach Tarif zahlen Sparer zwischen 12 und 24 Euro jährlich. Gleichwohl erhalten die Kunden nicht mehr Service. Debeka und LBS Nord begründen die Gebühren mit der Niedrigzinsphase, die ihnen zu schaffen mache.

Andere Anbieter werden noch kreativer: Sie nötigen ihre Kunden plötzlich, regelmäßig Mindestbeträge zu überweisen. Oder sie verrechnen versprochene Prämien beziehungsweise streichen diese gleich ganz.