KolumneDer Dax und sein Ziel von 20.000 Punkten

Die größten Börsen der Welt legen nach Einbrüchen wie im März 2020 im Schnitt 135 Prozent zu. Das stimmt optimistisch mit Blick auf die Entwicklung des Dax
Die größten Börsen der Welt legen nach Einbrüchen wie im März 2020 im Schnitt 135 Prozent zu. Das stimmt optimistischimago images / Hans-Günther Oed

Prognosen zur Entwicklung von Aktienkursen sind im Grunde genommen albern. Ende 2019 äußerten sich die Analysten großer Banken unisono, dass 2020 ein im Prinzip entspannt gutes Aktienjahr werden würde. Bis März gab es den größten Einbruch der letzten 50 Jahre. Ein Kursziel von 20.000 Punkten im Dax ist jedoch nicht Spinnerei des Autors dieser Kolumne, sondern reine Mathematik.

Aktien legen im Schnitt jährlich sieben Prozent zu, in den nächsten Jahren könnten es nach Ansicht der Investmentbank JP Morgan etwas weniger sein. Unterstellt man fünf Prozent, dann benötigt man im Dax gut acht Jahre bis die 20.000er-Marke erreicht werden könnte. 2028 wäre es spätestens soweit.

Kurioserweise passt dazu eine weitere Statistik. Denn die größten Börsen der Welt legen nach Einbrüchen wie im März 2020 im Schnitt 135 Prozent zu. Bei 8.000 Zählern entspräche dies etwa 19.000 Zählern. Sei es drum – solche Zahlenspielereien machen ein wenig Spaß. Wichtiger aber ist, klug und antizyklisch gegen die Meute zu investieren und sein Vermögen aufzubauen.

Dabei muss man schauen, in welcher Phase sich der Markt befindet. Sprachbilder sind an der Börse hilfreich, um das immer wieder scheinbar irrationale Verhalten der Marktteilnehmer einfach zu erklären. So verglich Börsenaltmeister André Kostolany das Verhältnis zwischen Wirtschaft und der Börse mit einem Mann, der mit seinem Hund Gassi geht. Zeitweise geht der Hund (der Aktienkurs) hinter seinem Herrchen (dem fairen Wert der Unternehmen) her, ein anderes Mal läuft er vorweg.

Am Ende ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis der Hund zum Herrchen zurückkehrt. Aktuell ist der Vergleich sehr treffend: Während die Corona-Fallzahlen in den wichtigen Industrienationen steigen und viele Unternehmen leiden, stehen wichtige Indizes bereits auf Rekordnotierungen oder dicht darunter. Der Hund läuft somit weit vor seinem Herrchen.

Viel Positives eingepreist

Aktuell schaut der Markt durch die zu erwartende Wachstumsdelle hindurch und preist schon jetzt eine breite Konjunkturerholung und steigende Gewinne im kommenden Jahr ein. Erfreuliche Nachrichten an der Impfstoff-Front, ein marktfreundlicher Ausgang bei der US-Wahl und bereitstehende Zentralbanken sowie weitere Rettungspakete der Regierungen bilden ein perfektes Umfeld. Für die USA zum Beispiel gehen die Analysten vom ETF-Anbieter Lyxor von einem Konjunkturpaket der neuen US-Regierung unter Joe Biden in Höhe von 1,5 Mrd. Dollar aus.

Allerdings gibt es einen Haken: Positive Szenarien wurden eingepreist, Aktien sind derzeit teuer. Die Stimmung der Anleger ist auf dem besten Level der letzten 20 Jahre. Eine Cash-Quote von mindestens 20 Prozent ist daher anzuraten. Antizykliker werden dazu regelrecht aufgeweckt. Daher eignen sich aktuell Put-Optionsscheine für die vorübergehende Absicherung, da sie jetzt billig sind und gewinnen, wenn die Aktienmärkte gen Süden rauschen. Der Put mit der WKN KA4H1M (Citi) eignet sich, um kurzfristig eine Sicherung ins Depot zu ziehen.

Intelligent können auch Discount-Puts in der aktuellen Phase sein. Das Papier HZ2TD7 wirft 30 Prozent Seitwärtsrendite ab, falls der DAX im März 2021 als einzige Bedingung unter der Marke von 14.000 Punkten notiert. Als taktische Beimischungen sind Discount-Puts professionelles Werkzeug und im Falle des genannten Papiers sogar kostenfrei via Cashbuzz-App oder dem Börsenplatz Gettex zu handeln. So können Anleger beim Kauf noch etwas sparen und der Gewinn des Kaufmanns liegt bekanntlich im Einkauf – beim DAX wie bei Optionsscheinen.


Daniel Saurenz betreibt mit seinem Team das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter Info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus. Trainingstage und Coachings finden Sie NEU unter feingold-academy.com