AktienDax-Konzerne stellen Dividenden-Rekord auf

Siemens-Chef Joe Kaeser spricht bei der Hauptversammlung 2018
Siemens-Chef Joe Kaeser spricht bei der Hauptversammlung 2018: Die Aktionäre erhalten eine höhere DividendeSiemens

Die diesjährige Dividendensaison lässt sich gut an. Den Auftakt unter den Dax-Unternehmen machte am 31. Januar der Mischkonzern Siemens: Er zahlte Aktionären für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende von 3,70 Euro je Aktie, 10 Cent mehr als im Vorjahr. Damit stieg die Ausschüttung zum vierten Mal in Folge. Die Dividendenrendite von mehr als drei Prozent könnte Siemens-Aktionäre ein bisschen darüber hinweg trösten, dass der Aktienkurs des Konzerns in den vergangenen zwölf Monaten um rund 15 Prozent nachgegeben hat.

Insgesamt dürften Deutschlands Top-Konzerne im laufenden Jahr die Rekordsumme von 46,5 Mrd. Euro ausschütten. Das wären neun Prozent mehr als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommen Analysten der genossenschaftlichen DZ Bank. In den kommenden Jahren werden die Ausschüttungen wahrscheinlich mit ähnlich hoher Rate weiter wachsen, prognostizieren die Experten. Grund dafür ist die gute Konjunkturentwicklung, die den Firmen steigende Gewinne beschert.

Dividendenzahlungen halten mit Aktienkursen Schritt

Wegen der Aktienmarkt-Korrektur Anfang Februar sind auch die Dividendenrenditen zuletzt gestiegen. Die Dividendenrendite gibt die Höhe der Ausschüttung im Verhältnis zum Aktienkurs an. Im Dax liegt sie derzeit im Schnitt bei 3,2 Prozent. Laut DZ Bank entspricht dieser Wert ungefähr dem Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre – wobei die Aktienkurse in diesem Zeitraum kräftig angezogen haben. Das zeigt: Die Dividendenzahlungen halten mit den Aktienkursen Schritt, die deutschen Unternehmen lassen ihre Aktionäre also ganz offensichtlich an ihrem Geschäftserfolg teilhaben.

Auch auf europäischer Ebene werden Dividendenjäger dieser Tage fündig. Angesichts der rosigen Konjunkturaussichten für den Euro-Raum seien europäische Dividendenpapiere ein attraktives Investment, sagt Markus Zeiß, Fondsmanager bei LBBW Asset Management. Sie können überdies in turbulenten Marktphasen Stabilität ins Portfolio bringen. Und: Weil der Wirtschaftszyklus in Europa noch nicht so weit fortgeschritten ist wie in den USA, bieten europäische Aktien größeres Potenzial für weitere Kursanstiege als US-Werte.

Gewinnausschüttungen von Unternehmen haben einen beträchtlichen Anteil an der Gesamtrendite von Aktienanlagen. Das zeigt ein Blick auf den deutschen Leitindex. Der Dax ist als sogenannter Performance-Index konstruiert. Das heißt: Die ausbezahlten Dividenden und andere Ausschüttungen werden mit eingerechnet. „Über die Jahre hinweg machten diese Reinvestitionen mehr als die Hälfte der Gesamtperformance aus“, sagt Stefan Wallrich, Chef der Frankfurter Vermögensverwaltung Wallrich Wolf Asset Management. Anders gesagt: Die wenig bekannte Kursindex-Variante des Dax steht aktuell nicht einmal halb so hoch wie der Performance-Index.

Kurspotenzial bei Allianz und BASF

Dividendenjäger sollten darauf achten, dass Unternehmen nicht nur aktuell hohe Ausschüttungen leisten. Die Dividende sollte über mehrere Jahre hinweg stabil, besser noch gestiegen sein. Unter den Dax-Konzernen hat etwa die Allianz in sieben der vergangenen zehn Jahre ihre Ausschüttung angehoben, beim Chemiekonzern BASF stieg die Dividende zuletzt in acht von zehn Jahren. Die Aktien beider Unternehmen bergen nach Einschätzung der DZ-Bank-Experten zudem weiteres Kurspotenzial. Sie raten deshalb zum Kauf.

Außerhalb Deutschlands bietet sich beispielsweise die Aktie von Nestlé als Investment für Dividendenjäger an. Der Schweizer Nahrungsmittel-Multi hat in der vergangenen Dekade in jedem einzelnen Jahr die Dividende angehoben. Für das Geschäftsjahr 2017 bekamen Aktionäre 2,35 Franken (umgerechnet 2,00 Euro) je Aktie. Auch bei der Nestlé-Aktie rechnen Analysten der DZ Bank mit weiter steigendem Aktienkurs und kletternden Dividendenrenditen. Sie raten dividendenorientierten Anlegern zum Einstieg.