Kolumne Hoffnungsschimmer für die Aktienmärkte

Symbolbild: Börse
Symbolbild: Börse
© dpa
Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten steigt weiter an. Damit nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession zu. Börsianer hoffen auf die Notenbanken, die noch expansiver werden können, schreibt Daniel Saurenz

Weltweit sind inzwischen weit mehr als 100.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert und die Fallzahlen legen weiter zu. Aus Angst vor weiteren Ansteckungen wird das öffentliche Leben in vielen Ländern eingeschränkt, was zum ökonomischen Stillstand allerdings führt. In China sind die Exporte zuletzt um knapp 20 Prozent eingebrochen. Derzeit ruhen viele Produktionsstätten.

Doch nicht nur China ist betroffen. In den USA und Europa sind die Aktienmärkte im Zuge der Ausbreitung des Grippevirus innerhalb kurzer Zeit deutlich gefallen. In beiden Regionen war der Banksektor besonders betroffen. Kreditausfälle und mögliche Insolvenzen bedrohen die Banken, vor allem in Italien, wo der Virus sich besonders stark ausgebreitet hat. Italienische Banken waren in der Vergangenheit ohnehin anfällig, ihre Situation könnte sich verschärfen.

Wann kommen die Notenbanken?

Anleger hoffen aber wieder auf die Europäische Zentralbank (EZB), die mit stützenden Maßnahmen dem Bankensektor einmal mehr helfen könnte. Ähnlich wie die Fed könnte sie einerseits die Leitzinsen senken plus die Strafzinsen erhöhen - was allerdings für Banken aufgrund der sinkenden Zinsmarge negativ wäre -, und andererseits das Anleihenkaufprogramm aufstocken. Das würde ein Beruhigungssignal an die Märkte senden.

Ein weiterer Belastungsfaktor sei ein möglicher Ölpreiskrieg der Opec, erklären die Analysten der Social Tradingplattform eToro. Die erdölexportierenden Länder wie Saudi-Arabien konnten sich mit Russland nicht auf einen weiteren Produktionsstopp einigen. Russland sei nur bereit gewesen, das Niveau der bestehenden Produktionskürzungen beizubehalten. Nun will Saudi-Arabien seine Produktionsmengen ausweiten, was einen Preiskrieg mit fallenden Ölpreisen zur Folge haben könnte. Nach der Ankündigung Saudi-Arabiens stürzt der Ölpreis ab und verlor innerhalb von zwei Tagen fast 40 Prozent. Die Kehrseite der Medaille ist aber ein gigantisches Konjunkturprogramm, dass durch den gesunkenen Ölpreis angeschoben wird. Kurzfristig überwiegen jedoch auch die Kursverluste in Erdölexportierenden Ländern wie Russland, aber auch den USA.

Investmentalternativen

Kurzfristig ausschlaggebend werden aber für den Aktienmarkt die Aktionen der Notenbanken sein. Was wird unternommen, um eine Rezession zu verhindern oder abzuschwächen. Der DAX hat gleichzeitig nach seinem Absturz um 25 Prozent vom Rekordhoch wieder ein moderates Bewertungsniveau erreicht. Daher kann ein Einstieg auf dem jetzigen Niveau attraktiv sein – kurz- und langfristig. Wer langfristig agiert, sollte direkt Aktien kaufen. Wer kurzfristige Chancen nutzen will, kauft Hebelpapiere wie Knock-outs. Derzeit sind die Papiere auf den DAX mit Hebel 3 (WKN JM4EUG) und Hebel 5 (WKN CP6USZ) attraktiv. Die Papiere bieten damit trotz Hebel noch ausreichend Puffer für ein turbulentes Frühjahr an den Börsen. Auch auf den MDAX ( WKN MF7GVL) und TecDAX ( WKN DGF8HZ) gibt es spannende Turbos. Anleger sollten in dieser Börsenphase trotz Crash-Schlagzeilen auf einschlägigen Portalen und Titelseiten einen ruhigen Kopf bewahren. Die Corona-Krise wird Aktionäre wohl noch einige Zeit in Atem halten. Dennoch sind Phasen mit höchster Volatilität langfristig gesehen immer gute Einstiegschancen. Der VDAX, das Volatilitätsbarometer für den DAX, stieg im März auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008/2009. In unserem Börsendienst auf Feingold Research versuchen wir das Risiko derzeit angemessen zu managen, in dem wir auf steigende Kurse setzen und gleichzeitig Cash-Reserven zurück halten.

Daniel Saurenz betreibt das Finanzportal Feingold Research. Auf capital.de schreibt er regelmäßig als Kolumnist über Geldanlage-Themen.


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