VG-Wort Pixel

Kolumne Aktien kaufen für Neueinsteiger

Symbolbild Aktienkurs
Symbolbild Aktienkurs
© IMAGO / Sven Simon
Im Dezember 2020 war es soweit. Nicht einmal eine zehnjährige portugiesische oder spanische Staatsanleihe brachte noch Rendite. Der Zinsmarkt ist tot. Für alle, die Geld anlegen möchten heißt der Ausweg damit Aktienkauf. Wir erklären, worauf man achten muss.

Aktiengewinne an der Börse sind Schmerzensgeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld. Kostprobe gefällig für diese Börsenweisheit? Schauen Sie einfach auf das Jahr 2020. Wer beispielsweise bei 12.000 DAX-Punkten in den Markt einstieg im Winter, lag schnell rund 30% im Minus. Zum Jahresende steht aber ein Plus von 10 Prozent und damit mehr noch als in einem durchschnittlichen Aktienjahr drin gewesen wäre. Das wichtigste Asset, sprich die wichtigste Tugend für einen Börsianer gerade zu Beginn ist die Geduld. Hypernervöses hin und her handeln wird nichts bringen, sinnfreies Setzen von sogenannten Stopp-Kursen war 2020 eine sichere Bank um Geld zu verlieren. Ein guter Plan und Aktien sowie Produkte, die man versteht genügen schon, dann kann man loslegen. Was sollte man vermeiden? Vom Kauf klassischer Investmentfonds ist fast immer abzuraten, denn sie weisen meist hohe Ausgabeaufschläge raus, die man neben der Gebühr für den Fondsmanager bezahlt.

Der Weg in Sparkasse oder Volksbank zum sogenannten Berater ist ebenfalls teuer, denn natürlich will jener Berater bezahlt werden. Selbst mitdenken spart Geld, selbst informieren bringt mehr Rendite. Dazu ist unbedingt zu verzichten auf bestimmte Renditeversprechen und Lockdienste nach dem Motto „sichere 50 Prozent im Jahr mit heißen Tipps“. Auch Crash-Propheten, die vermeintlich Geld im Abschwung vor Verlust schützen und ansonsten Rendite versprechen sollten dringend gemieden werden. Wer sein Depot 2020 so gestaltete, verdiente nichts und schaute der Jahrhundertrally ab März zu. Denn Crash-Propheten haben allzu oft eine negative Weltsicht und die hilft für Börsianer nur selten. Das unterstreicht allein die langfristige Entwicklung von Aktien ob in S&P 500 oder dem DAX.

Daher heißt das Motto, mutig, aber besonnen zu agieren und langfristig schlau Vermögen aufzubauen. Auch im Jahr 2020 zählen Aktien zumindest in Deutschland leider noch immer nicht zu den beliebtesten Möglichkeiten der Geldanlage. Lediglich rund 16 Prozent aller Deutschen besitzen Aktien oder Indexfonds . Aber es tut sich etwas, wie fast eine Million neue Wertpapierkonten bei Brokern wie Smartbroker unterstreichen. Niedrige Gebühren beim Aktienkauf helfen beim Einstieg anders als in den 2000er-Jahren als bei Sparkasse oder Postbank noch 20 oder manchmal 30 Euro für eine 1000-Euro Wertpapierorder fällig waren. Diese Zeiten sind zum Glück vorüber.

Der Gewinn liegt im Einkauf

Gute Erfolgschancen hat also nur, wer bereits vor dem ersten Trade seine Hausaufgaben erledigt. Informieren, lesen, Wissen aufbauen und einen guten Broker finden sind das A und O. Letzteres ist im Grunde einfach: Bereits mit wenigen Klicks kann online oder über das Smartphone ein Depot eröffnet, das Geld überwiesen und nach der Legitimation mit dem Handel begonnen werden. Doch die Risiken lauern im Detail.

Zunächst sollte klar sein, welche Anforderungen der Broker erfüllen muss. Ist ein außerbörslicher Handel möglich, sind auch ausländische Börsenplätze im Angebot, gibt es Sparpläne – die Liste kann beliebig ergänzt werden. Mit Sparplänen können Anleger monatlich Geld in einen Fonds oder ETF investieren. Los geht es bereits ab 25 Euro. ETFs sind börsengehandelte Fonds, die meist preiswerter sind als ein vergleichbarer Fonds. Vor allem aber sollten Börsenneulinge auf das Preisschild schauen und die Konditionen der verschiedenen Broker vergleichen. Die Höhe der Transaktionskosten hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: den Börsen- sowie den Brokergebühren.

Sehr aktive Anleger gewichten das Auswahlkriterium Ordergebühren stärker als Anleger, die nur selten handeln. Je höher die Transaktionskosten, desto mehr Gewinn ist notwendig, um an der Börse Geld zu verdienen. Die alte Kaufmannsweisheit „Im Einkauf liegt der Gewinn“ hat an Aktualität nicht verloren.

Wichtig sind aber nicht nur möglichst attraktive Gebühren, sondern auch eine zuverlässige Orderabwicklung. Gerade in stürmischen Börsenphasen wie zuletzt im Frühjahr ist es entscheidend, dass jederzeit Kauf- und Verkaufsaufträge durchgeführt werden. Neue Broker wie Trade Republic sahen im Frühjahr alles andere als gut aus und die Kunden waren wenig zufrieden. Auch Onvista oder DKB zeigten erhebliche Schwächen.

Wenn man dann den Weg zur Börse gefunden hat, greift noch die psychologisch wichtigste Regel: Auch wenn die Renditen noch so verlockend sind: Setzen Sie nur Kapital ein, dessen Verlust Sie verschmerzen können. Zu guter Letzt muss man sich beim Investieren eines bewusst sein: Die Zeiten risikolosen Zinses sind vorüber, es bleibt wenn überhaupt zinsloses Risiko, nicht nur in Portugal oder Spanien. Und dieses Risiko ist am Aktienmarkt mit guten Renditechancen flankiert.

Daniel Saurenz betreibt mit seinem Team das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Dieser richtet sich je nach Variante an langfristig orientierte Investoren und Einsteiger im Markenwertportfolio oder an aktivere Anleger im klassischen Abo bis zu Tradern im recht offensiv gehaltenen Turbo-Dienst. Melden Sie sich unter www.feingold-academy.com/boersendienst an oder informieren Sie sich gerne unter info@feingold-research.com. Trainingstage als Lernmodule zum Ansehen und Coachings finden Sie NEU unter feingold-academy.com


Mehr zum Thema



Neueste Artikel