• Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Interview

Roland Emmerich über seine erste Million

, Jenny von Zepelin

Roland Emmerich ist in Hollywood der Master of Disaster. Wie der Regisseur mit Katastrophen Kasse macht.

Roland Emmerich © dpa
Roland Emmerich

Roland Emmerich, 61, einer der international erfolgreichsten deutschen Filmemacher mit Vorliebe für opulente Katastrophenfilme wie „Independence Day“. Der Blockbuster spielte über 800 Mio. Dollar ein und gehört zu den ertragreichsten Filmen aller Zeiten. 20 Jahre später gibt es nun eine Fortsetzung, die am 24. November auf Blu-Ray erscheint.


Invasion, Explosion, Apokalypse – schon als Filmstudent haben Sie große Spektakel inszeniert. Geht es nicht eine Nummer kleiner?

Ich mochte keine Kurzfilme. Und ich hatte ein richtig gutes Drehbuch für meine Abschlussarbeit: „Das Arche Noah Prinzip“ – diesen Film wollte ich unbedingt machen.

Der Film hat eine Million Mark gekostet. Üblich waren an der Münchner Filmhochschule 20.000.

Wir hatten anfangs mit 150.000 Mark gerechnet, die wir über private Investoren eingesammelt haben. So eine Science-Fiction-Produktion hatte in Deutschland noch niemand gemacht. Ich war 25 und wusste nicht, wie man das kalkuliert.

Ohne die Unterstützung Ihres Vaters, eines Stuttgarter Unternehmers mit einer Fabrik für Kleinmotoren, ging es ja auch nicht.

Er hat uns am Anfang Geld geliehen und beraten. Denn nachdem unser Debüt 1984 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin so erfolgreich war, merkte er, wie in dieser Industrie Profit gemacht wird. Er sagte: „Das muss anders laufen. Du musst die Hälfte mitverdienen.“

Nicht als armer Student nach Hollywood

Wie haben Sie das gemacht?

Meinen zweiten Film haben wir zu 50 Prozent selbst finanziert. Mein Vater ist mit mir zur Bank gegangen. Ich hielt Anteile seiner Firma, die haben wir als Sicherheit hinterlegt.

Capital 12/2016
Die aktuelle Capital

Wann hatten Sie die erste Million?

Als ich in die USA ging, hatte ich in Deutschland mit meinen ersten vier Filmen schon fast eine Million verdient. Ich bin nicht als armer Student in Hollywood angekommen.

Da waren Sie 30 und haben gleich in der Top-Liga mitgespielt?

Bei meinem ersten Auftrag sollte ich bei einem Film mit Sylvester Stallone den Regisseur ersetzen, war aber lediglich Kameramann und sehr unzufrieden. Mein Vater riet mir: „Sag besser Nein, bevor es zu spät ist.“ Also bin ich nach neun Monaten ausgestiegen. Das war ein Skandal.

Wie haben Sie sich durchgesetzt?

Wir haben uns etwas Neues ausgedacht: Ich habe das Drehbuch zu „Independence Day“ ohne Vorfinanzierung geschrieben. Das haben wir allen Studios in einer Auktion angeboten. Und alle wollten es! So habe ich 1994 mit meinem ersten eigenen Hollywoodfilm gleich gut verdient.

Und was gönnt sich ein Science-Fiction-Fan zwischendurch privat?

Ich habe mir vor zehn Jahren eine Motoryacht aus Holz gekauft: Baujahr 1931, 33 Meter lang, fünf Kabinen. Die liegt in Griechenland, wo ich regelmäßig Urlaub mache.

Film über die Finanzkrise

Für den Master of Disaster müsste die Finanzkrise doch eigentlich eine Steilvorlage bieten, oder?

Ja, ich habe dazu tatsächlich ein Filmprojekt im Kopf, wo nicht nur Häuser zerstört werden, sondern unsere ganze Kultur. Es gibt ja wie bei meinem Film „2012“ nun auch wieder diese ganzen Verschwörungstheorien um das Jahr 2025.

Ah, „2025“: Ihr neuer Filmtitel?

Sie werden sehen.

Newsletter: „Capital- Die Woche“

Jeden Freitag lassen wir in unserem Newsletter „Capital – Die Woche“ für Sie die letzten sieben Tage aus Capital-Sicht Revue passieren. Sie finden in unserem Newsletter ausgewählte Kolumnen, Geldanlagetipps und Artikel von unserer Webseite, die wir für Sie zusammenstellen. „Capital – Die Woche“ können Sie hier bestellen:


Artikel zum Thema

LESERKOMMENTARE

 

Kommentare Einblenden

Datenschutz

Die Kommentarfunktion "Disqus" wird von der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Moderation

Die Kommentare werden von Capital moderiert. Das heißt, Kommentare werden von der Redaktion freigeschaltet. Kritik und auch in der Sache harte Diskussionen sind willkommen, Beleidigungen werden wir dagegen nicht zulassen. Näheres hierzu finden Sie in unserer Netiquette.