InterviewPhilip-Morris-COO Olczak: „Unsere Botschaft lautet: Rauche nicht“

Jacek Olczak: Der gebürtige Pole ist seit 1993 bei dem Tabakkonzern
Jacek Olczak: Der gebürtige Pole ist seit 1993 bei dem Tabakkonzern Younès Klouche

Capital: Herr Olczak, ich hatte erwartet, dass Sie eine E-Zigarette als Teil des Settings für dieses Interview mitbringen. Ist das nicht inzwischen eine Grundvoraussetzung?

JACEK OLCZAK: Oh, ich habe eine bei mir, allerdings einen Tabakerhitzer. Das ist der richtige Begriff für Iqos.

Waren Sie davor Raucher?

Ich habe spät mit dem Rauchen angefangen, an der Universität. Meine Freunde hatten alle schon lange vor mir geraucht. Ich hatte irgendwie nie das Bedürfnis. Meine Eltern sagten mir, dass Rauchen nicht gut sei. So wurde ich erzogen. Aber dann fing ich doch an.

Wie viel haben Sie dann geraucht?

Ich war schließlich bei zwei Packungen pro Tag.

Wow. Zwei Packungen pro Tag?

Ja, ich war ein starker Raucher.

Ursprünglich kommen Sie aus Polen. Was haben Sie damals geraucht – war es eine dieser legendären osteuropäischen Marken?

Nein, das wird Sie überraschen. Eine der ersten Marken, die ich rauchte, bekam man damals in diesen Läden, wo man nur mit westlichen Währungen bezahlen konnte. So wie der Intershop in der DDR. Die Marke hieß Ernte 23. Immer, wenn ich ein paar Dollar hatte, konnte ich welche für 20 oder 25 Cent pro Packung kaufen. Haben Sie mal von Ernte 23 gehört?

Das habe ich, wir haben sie in den 90er-Jahren gelegentlich zum Spaß geraucht. Es war eher eine Marke für ältere Menschen. Da war dieser Spruch: „Ende mit 23“. Woher hatten Sie damals Dollar?

Ich habe als Gelegenheitsraucher angefangen, weil ich nicht jeden Tag 20 Cent oder was die Packungen kosteten, in der Tasche hatte. Also geht man zu Partys, lebt sein Studentenleben, und dann fängst du an, nach Zigaretten zu fragen.

Wann sind Sie auf E-Zigaretten gewechselt?

Vor sechs oder sieben Jahren, als wir den ersten Prototyp von Iqos hatten. Ich hatte damals eine sehr schlimme Erkältung. Und wenn man krank ist, ist eine Zigarette nicht wirklich schmackhaft, sie bringt dir noch mehr Husten. Ich ging zum Arzt, und der sagte zu mir: „Sie müssen Ihrer Lunge helfen zu lüften. Können Sie für eine Woche mit dem Rauchen aufhören?“ Als starker Raucher dachte ich: „Oh mein Gott, was soll ich nur tun?“

Und was haben Sie getan?

Auf dem Heimweg wusste ich, dass ich für eine Woche eingesperrt sein würde – was zum Teufel sollte ich ohne Zigaretten machen? Also fragte ich in der Firma: „Okay, wo sind die Prototypen von diesem neuen Produkt, an dem wir arbeiten?“ Nur für den Fall, dass mir nach Rauchen ist. Am dritten Tag wurde ich schwach und habe meinen ersten Heat-Stick geraucht, bei dem der Tabak erhitzt wird. Und ich merkte, dass ich danach nicht husten musste. Das war ein seltsames Gefühl.