ExklusivUkraine nabelt sich von Gazprom ab

Die Ukraine hat nach Angaben ihres staatlichen Energiekonzerns Naftogaz im vergangenen Jahr kein Erdgas mehr aus Russland eingekauft. „Wir sind in dieser Hinsicht jetzt völlig unabhängig“, sagte Naftogaz-Chef Andrij Kobolew im Gespräch mit Capital (Ausgabe 03/2017, EVT 16. Februar). Der Bedarf des Landes werde mittlerweile vollständig durch Importe aus EU-Ländern gedeckt, unter anderem vom deutschen Versorger RWE.

Capital-Cover 03/2017
Die neue Capital erscheint am 16. Februar

Die energiepolitische Abkehr von Russland ist ein Ergebnis des von Moskau unterstützten Krieges in der Ostukraine. Sie markiert einen radikalen Bruch: Noch vor vier Jahren bezog die Ukraine ihre kompletten Gasimporte vom russischen Energiekonzern Gazprom. Mittelfristig könnte der Wandel dazu führen, dass die Ukraine Teil des integrierten Gasmarktes der EU wird. Versorgungsengpässe, wie sie in der Vergangenheit durch Preiskonflikte zwischen Moskau und Kiew auftraten, würden dann weniger wahrscheinlich.

Für sein Netz aus Transit-Pipelines, durch das russisches Gas nach Westeuropa strömt, sucht Naftogaz nach Partnern aus Westeuropa. Ende Januar reiste Kobolew nach Berlin, auch um mit deutschen Unternehmen über einen Einstieg zu reden. „Es wäre ideal, zwei oder drei europäische Partner im Konsortium zu haben“, sagte Kobolew. „Und es gibt Interesse. Das ist ein gutes Zeichen.“

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